Luftschiff

Aachener Nachrichten vom 24.11.2016, Seite 22 / Lokales

Leser Schreiben: Ein Abend, der sich eingeprägt hat

Eckhard Creutz aus Düren schreibt zu unserem Bericht vom 18. November: “ Es spukt im Haus der Stadt“ : Welchen Sinn die “ Geburtstagsrevue“ zum 25-jährigen Jubiläum des “ Haus der Stadt“ gehabt haben soll, habe ich auch mit etwas Abstand zu diesem Abend nicht verstanden. Die Wirkung hat sich mir allerdings deutlich eingeprägt, nämlich Ärger. Die mehrfache Hervorhebung, dass das zerstörte Stadttheater besser hätte wieder aufgebaut werden sollen, ist ja nicht falsch, wirkt aber so, als ob die Eltern immer wieder erzählen, dass das Geburtstagskind eine viel hübschere Schwester hatte, die aber leider verstorben ist und das Geburtstagskind besser nicht geboren wäre. Wo es aber nun einmal auf der Welt sei, müsse man ihm immer wieder sagen, wie hässlich es sei, weil es “ hänger de Bahn“ zur Welt gekommen sei. Diese sattsam bekannte Meinung, den Festgästen nach 25 Jahren nochmals unter die Nase zu reiben, kann nur jemandem einfallen, der dem Haus der Stadt nicht gut gesonnen ist. Andernfalls kann man es nur instinktlos nennen, dies zum 25-jährigen Geburtstag mehrfach zu wiederholen, damit es auch nur jeder verstanden hat. Das was dann als Programm geboten wurde, war inhaltlich und formal so schlecht, dass man auch nicht geneigt ist, den Verantwortlichen die “ kleinen Peinlichkeiten“ nachzusehen, weil sie ein tolles Programm hingelegt hätten. Das halbstündige “ Programm“ vor der Pause war ohne Witz und dümmlich. Wer soll sich darüber amüsieren, dass das Ensemble völlig unglaubwürdig in die falsche Bühnenrichtung agiert hat. Nach diesem “ Nichtprogramm“ folgte nach der Pause eine Aneinanderreihung von revueähnlichen Passagen, die weder originell waren noch gekonnt dargeboten wurden. Auf Höhepunkt folgt Ratlosigkeit Der positive Höhepunkt war – und dies ist ehrlich gemeint – der Auftritt von Osiris Pausch, den man auch in der Dürener Fußgängerzone erleben kann. Das Schlussbild mit Waldemar Kobus als Elvis Presley hinterließ nur Kopfschütteln und Ratlosigkeit zu der Frage, was das alles mit dem Geburtstag des Hauses der Stadt zu tun hat. Sollte dies ein Ausblick auf die Zukunft gewesen sein, dann steht dem Haus der Stadt nichts Gutes bevor, was die Verantwortlichen sicherlich nicht berührt in Anbetracht der ausführlich dargestellten Hässlichkeit des Hauses der Stadt. Wer bisher schlecht über das Haus der Stadt gesprochen hat, hat nach diesem Abend keinen Anlass, seine Meinung zu ändern.

Quelle: Aachener Nachrichten vom 24.11.2016, Seite 22

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