Luftschiff

Sigrids Risiken

Monolog. Die alte Bundesrepublik bietet genug spannenden Stoff fürs Theater. Das hat der Schriftsteller, Journalist und StadtRevue-Autor Klaus Fehling im vergangenen Herbst mit seinem Stück Gerichtet in der Stadt bewiesen. Es war inspiriert von der Geschichte um die einzige geplante, nach Beschluss des Grundgesetzes aber nicht ausgeführte Hinrichtung im Nachkriegsdeutschland des Jahres 1949. Zum Thema des Monologs Sigrids Risiken wird nun die „vergessene Generation“: die Kriegskinder des 2. Weltkriegs, die ihre traumatischen Erinnerungen in sich verschlossen hielten, um nur noch nach vorne zu blicken. Fehlings Monolog fragt, was eine unerzählte Geschichte mit demjenigen macht, der sie verschweigt, was dieses Schweigen anrichtet. Gehalten wird der Monolog von Sigrid (Heidrun Grote), die im Wartezimmer einer internistischen Arztpraxis sitzt, wo sie ein Rezept für ihre Mutter Anni abholen soll. Die Inszenierung des Regisseurs Stefan H. Kraft (Futur3) findet an authentischem Ort statt, eben einer Arztpraxis. Die Musik besorgen die Pianistin Brigitte Angerhausen und die Saxophonistin Anne Kaftan. (Jochen Pahl)

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