Theaterprojekte

Petersberg 1

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Petersberg I

Ein Verhandlungssache über das Land, das Meer, die Heiligtümer und den Wunsch nach Frieden.

Die Verhandlungen sind fest gefahren. Ein Labyrinth aus Religion und Politik, nationalen und internationalen Interessen, Terroranschlägen und Militäraktionen erschwert die Suche nach einer Lösung. Die Gräben der Streitparteien im Nahostkonflikt scheinen unüberwindbar. Futur3 nimmt den Theaterzuschauer mit in die Verhandlungen, wo es kein einfaches Richtig oder Falsch – aber viele Möglichkeiten des Scheiterns gibt. Von einem geheimen Treffpunkt aus werden die Teilnehmer einzeln an den Verhandlungstisch geführt, wo jeder mit seinen Neurosen und Überzeugungen, seiner Lebensgeschichte und Weltsicht auf sich gestellt ist. In einem Konflikt, in dem mehr als eine Antwort denkbar ist, begibt sich Petersberg I auf die Suche nach ein paar richtigen Fragen.

In „Petersberg I“ nimmt das Theaterkollektiv Futur3 die Zuschauer mit an den Verhandlungstisch. Auf verschlungenen Wegen werden sie an ebenso gegensätzlichen wie nachvollziehbaren Bildern, Sichtweisen und Standpunkten vorbei hinter die verschlossenen Türen des Konferenzraumes geführt. In einer ersten konspirativen Begegnung in der Nähe des Verhandlungsortes wird zunächst jeder einzeln auf die Unterhandlung mit all ihren möglichen diplomatischen Stolpersteinen vorbereitet. Der geheime Treff- und Zeitpunkt wird dem Bewerber bei der Reservierung am Telefon mitgeteilt. Die Verhandlungsperformance endet im Café de la Paix, einem Interimsraum zwischen der Fiktion des Theaters und der Wirklichkeit der Kölner Gegenwart. Für das Café de la Paix ist ein Rahmenprogramm aus Vorträgen und Diskussionen in Planung, über das wir rechtzeitig informieren.

Künstlerische Leitung: André Erlen und Stefan H. KraftSchauspieler: Marietta Bürger, André Erlen, Holger Giebel, Rebecca Madita Hundt, Stefan H. Kraft, Dorothea Reinhold, Tomasso Tessitori, , Nicole Unger, Klaus Maria ZeheDramaturgie: Klaus Fehling, Sandra NuyAusstattung:Audiovisuelle Konzeption/Gestaltung:Pressearbeit: Nina SpeyerGraphik: Thomas MajevszkiAssistenz: , Sarah Richter

Eine Produktion von Futur3 in Zusammenarbeit mit der Freihandelszone

Video

Berichterstattung

Preise und Auszeichnungen

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Petersberg 1 wurde ausgezeichnet mit dem Kölner Theaterpreis und dem Kurt-Hackenberg-Preis für politisches Theater 2010.


Kölner Theaterpreis

dotiert mit 10.400 Euro – bereitgestellt von der Sparkasse KölnBonn, dem Kulturamt der Stadt Köln und Herrn Prof. Hon. Dr. med. Manuel E. Cornely
Jury: Jessica Düster, Ulrike Westhoff und Hans-Christoph Zimmermann

„Für all diese Figuren ist der einzelne Zuschauer ein Hoffnungsträger. Und das ist das Bestechende an dieser Inszenierung: Man kann sich diesen Momenten von Angesicht zu Angesicht nicht entziehen und wird Teil der Aufführung. Eine Publikumssituation, in der die Nussschale der bequemen Rezeptionshaltung sanft, aber mit Nachdruck geknackt wird. Die formelle Unmöglichkeit des sicheren Zurücklehnens korrespondiert auf kongeniale Weise mit dem Thema. Der medial dauerpräsente Nahost-Konflikt, bei dem wir uns aus sicherer Distanz erlauben, überdrüssig zu sein und weiterzuzappen, wird hier auf eine Alltagsebene heruntergebrochen, in der jeder Zuschauer wortwörtlich abgeholt wird. Diese ungewöhnliche Theatersituation erzeugt ein irritierendes Gefühl von Fiktion in der Realität – und umgekehrt.“
(Auszug aus der Laudatio von Jurymitglied Jessica Düster)

Kurt-Hackenberg-Preis für politisches Theater

Dotiert mit 5.000 Euro, gestiftet von der Freien Volksbühne Köln
Jury: Anna Dünnebier, Alexander Haas, Beatrix Klein, Hans-Georg Lützenkirchen und Hans-Christoph Zimmermann sowie das mehrheitliche Votum derjenigen Mitglieder der Freien Volksbühne, deren Abonnement Schauspiel beinhaltet.

„Dieses Unternehmen ist verwegen. Es geht um Israel und Palästina. Ein Theaterstück über den unendlichen Konflikt, der seit 60 Jahren die Betroffenen und die Welt bewegt, in dem jede Parteinahme falsch scheint und die Möglichkeiten des Scheiterns größer sind als die Aussicht auf eine Lösung. Es hat uns überzeugt, wie sehr dieses Unternehmen gelungen ist. […] Diese Rollen und der Text funktionieren auf sehr vielschichtige Weise: auf der Ebene der Emotion durch die persönlichen Berichte der Figuren, die man zu Beginn trifft; auf der politischen Ebene durch die Simulation der Verhandlung; auf der Ebene der Medien, die statt Fragen schnell produzierte Antworten verlangen; und schließlich kommt noch die Meta-Ebene der Reflexion der Zuschauer hinzu. […]Ein sehr breiter politischer Ansatz, hervorragend ausgeführt durch engagierte Schauspieler und eine gut durchdachte kluge Regie. Das Stück hinterlässt tiefen Eindruck. Es lief im Februar -bei unserer Jurysitzung vor zwei Wochen war es allen noch sehr gegenwärtig.“
(Auszug aus der Laudatio von Jurymitglied Anna Dünnebier)

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