Klaus Fehling: Unbewegt

Unbewegt – 12 Lieder über Aufbruch und Stillstand

Seit seinem 28. Lebensjahr ist Klaus Fehling an Morbus Parkinson erkrankt, einer bislang unheilbaren neurologischen Erkrankung, die üblicherweise erst ab einem Alter von Mitte 60 auftritt und von der deutschlandweit ca. 350.000 Menschen betroffen sind. Mit Mitte 30 erhielt er die Prognose, mit 40 Jahren möglicherweise auf einen Rollstuhl angewiesen zu sein – für jeden Betroffenen ein Schock, gerade auch für ihn, dessen Leben sich sowohl als Dramaturg und Autor hinter der Bühne, als Musiker jedoch ganz besonders auf der Bühne abspielte.

So verkaufte er all seine Gitarren und plante seinen Abschied von der Bühne mit einem großen Abschiedskonzert, das nie stattfand, weil er es immer wieder verschob. Ein Omen – denn es ist noch lange nicht vorbei!

Seitdem feiert Klaus Fehling – mittlerweile 48 Jahre alt – nicht nur jedes Jahr sein „Leben ohne Räder unten dran!“, sondern widmet sich mehr denn je der Musik. Seine Lebensgefährtin schenkte ihm zum 47. Geburtstag eine neue Gibson SG E-Gitarre und so entstanden im Laufe eines Jahren – von Februar 2016 bis Februar 2017 – 12 Songs, die er unter dem Titel „Unbewegt – Lieder von Stillstand und Aufbruch“ geschrieben, komponiert und aufgenommen hat. In den Songs, die er als Solo-Künstler geschaffen hat, thematisiert er ohne Pathos, dafür aber kraftvoll, ohne Selbstmitleid und „gegen den Strich gebürstet“, das Leben zwischen Stillstand und Aufbruch – mit einem Sound, der nicht nur bewegt, sondern mit seinen Texten Ohrwurm-Qualität hat und eine eigene künstlerische Handschrift trägt: Klaus Fehling, alles andere als unbewegt.

(Ingrid Schindler, Mai 2017)