Über Futur3

Futur3 wurde im Herbst 2003 von André Erlen, Stefan H. Kraft und Klaus Maria Zehe als Plattform für ihre Theaterarbeit in Köln gegründet: “spartenübergreifend im Ansatz, kollektiv in der Struktur, musikalisch im Ohr, drei Männer als Kern und Gäste dazu” – so beschrieb 2004 eine Kölner Journalistin die junge Formation. Die Musikerin Mariana Sadowska und der Autor und Dramaturg Klaus Fehling gehören mittlerweile ebenfalls zum harten Kern des Ensembles.

Ein zentrales Prinzip von Futur3 ist die Arbeit außerhalb der Theaterräume: Die Suche nach direktem, zeitgenössischem Theater hat dazu geführt, dass sich der “öffentliche” Raum immer wieder als der richtige Rahmen für die Arbeit des Ensembles erweist, weil sich die Einflüsse des Alltags hier stärker mit dem “Kunsterlebnis” Theater verbinden und das Erleben und die Sichtweise der Zuschauer erweitert. Ein weiteres wichtiges Prinzip ist die kollektive Arbeitsweise, in der alle Beteiligten direkt an der Erarbeitung der Aufführung beteiligt sind, für die Futur3 keine bestehende (Theater-) Literatur verwendet, es sei denn als Ausgangsmaterial für Collagen. Autoren werden durch die Vergabe von Schreibaufträgen in die Arbeit (und in das Ensemble) integriert. Außerdem fließen neben dokumentarischem Material auch aktuelle Forschungsergebnisse, autobiografisches Material des Ensembles, Lieder und Lyrik in die Improvisationen mit ein. Ziel dieser Versammlung unterschiedlichster Materialien, von Fakten und Poesie, von “Facts ‘n’ Fiction” ist es, das Theater näher an das Leben und die Zuschauer näher an das Theater zu bringen – durch eine Bühnenkunst, die bereit ist, sich der Komplexität heutiger Alltagserfahrungen in einer hochtechnisierten, hochinformierten und globalisierten Welt zu stellen.

Konsequenterweise ist dadurch bei Futur3 eine Theaterästhetik entstanden, die sich unverblümt eklektisch gibt: “Körpertheater” mit hoher Energie steht neben Ausflügen in boulevardeske Ausdrucksformen, aber da, wo es die Dramaturgie erfordert, wird durchaus auch die Sprache gepflegt. Und: gesungen wird immer.

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