Klaus Fehling

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Die Rosenau – Lokalität & Bühne ist eine Kabarett– und Kleinkunstbühne in Stuttgart mit jährlich rund 160 Kulturveranstaltungen. Hier gastieren Künstler aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Charakteristisch für die Rosenau ist die unmittelbare Atmosphäre zwischen Künstler und Publikum, sowie – in der Tradition der ersten Kabarettbühnen in Berlin und Wien[1] – die Verbindung von kulturellem und kulinarischem Angebot.

Seit 2011 ist die Rosenau als soziokulturelles Zentrum anerkannt und Mitglied in der Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und Soziokulturellen Zentren in Baden-Württemberg (LAKS).[2]

Programm

Kabarett, Poetry Slam, Comedy, Lesungen und Kleinkunst machen den Großteil des Programms aus. Kabarettisten und Comedians wie Jochen Malmsheimer, Rolf Miller, Uli Keuler, Camela de Feo, Hans Gerzlich, Hazel Brugger, Helge und das Udo, Patrick Salmen, Ingmar Stadelmann oder Matthias Egersdörfer treten regelmäßig in der Rosenau auf.

Ein Teil des Konzepts ist die Förderung junger und talentierter Künstler, denen die Rosenau innerhalb der Reihen „OpenStage“, „Stuttgarter Poetry Slam“ oder „Poetry für zwei“ einen professionellen Auftrittsort bietet. Im Verbund der Stuttgarter Bühnen (der „Erzeugergemeinschaft Stuttgarter Kabarett“[3]) gilt die Rosenau als Nachwuchs- und Förderbühne.

Die Rosenau bietet zudem Platz für in der Stadt bisher nicht etablierte Formate und Reihen. Veranstaltungen wie der monatlich ausgetragene „Poetry Slam“ (seit 2000), die „OpenStage“ (seit 2003), „Mütternacht – Der Comedyclub“, „Poetry für zwei“, die „Rosenau Tanznacht“ oder die Formate „Flop oder Top?“, „close-up music“ und „Non Stop Stand Up“ sind oder waren fester Bestandteil des Spielplans.

Konzerte lokaler Bands wie HISS oder „Hitboutique“ sowie Auftritte von Liedermachern wie Dota, Marc-Uwe Kling & die Gesellschaft, Sarah Lesch, Zam Helga oder Simon & Jan finden sich ebenfalls im Programm.

Seit Januar 2016 organisiert die Rosenau die Stuttgarter Ausgabe des Quatsch Comedy Clubs.[4]

Seit den 1990er-Jahren wird die Rosenau verschiedentlich auch als „Entdeckerbühne“ bezeichnet.[5] Michael Mittermeier, Kaya Yanar, Leo Bassi oder Die Fantastischen Vier traten zu Beginn ihrer Karriere in der Rosenau auf. Auch deshalb veranstaltet die Rosenau bis heute regelmäßig überregional bekannte Künstler „außer Haus“. Diese „Gastspiele“ – etwa mit Eckart von Hirschhausen, Rainald Grebe, Martina Schwarzmann, Vince Ebert, Marc-Uwe Kling, Sebastian Pufpaff, Torsten Sträter oder Olaf Schubert – finden in Stuttgart etwa im Theaterhaus, im Wizemann oder in der Liederhalle statt.

Geschichte

1894 errichtete die Brauerei Bachner das Gebäude in der Rotebühlstraße in Stuttgart als Brauereigaststätte. Nach der Jahrhundertwende übernahm der Bierbrauer Ernst Wulle das Lokal samt Sudhaus und Lagerkeller. Schon zu dieser Zeit fanden im Saal regelmäßig Veranstaltungen und Versammlungen statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu größeren Umbaumaßnahmen, Saal und Lokal wurden räumlich voneinander getrennt. Nach der Fusion der Brauereien Wulle und Dinkelacker ging die Rosenau 1971 in den Besitz der Dinkelacker AG über. Ab 1973 wurde der Saal vorwiegend für Vereinsabende, als Tanzcafé und als Laientheater genutzt. Die Rosenau war zu dieser Zeit ein gutbürgerliches Lokal mit regional und lokal verwurzeltem Kulturprogramm.

1992 übernahmen die Gastronomen Johannes Zeller und Christoph Ulmer die Traditionsgaststätte. Sie begründeten den heutigen Ruf der Rosenau als Kleinkunstbühne. Künstler wie Ingo Appelt, Leo Bassi, Rolf Miller, Ben Becker oder Kaya Yanar traten dort in den 1990er Jahren erstmals in Stuttgart auf.

Im Jahr 2002 gab Johannes Zeller bekannt, dass er die Rosenau nicht weiter leiten werde.[6] Seit September 2002 wurden Bühne und Restaurant von einer gewerblichen Tochterfirma des Sozialunternehmens Neue Arbeit betrieben. Im selben Jahr übernahm Michael Drauz die künstlerische Leitung des Hauses, die er bis heute innehat.

Wirtschaftlich rentabel war die Rosenau in dieser Zeit nicht. Im April 2009 wurden Kulturbühne und Restaurant daher finanziell voneinander getrennt. Dadurch und mit der Gründung des gemeinnützigen Vereins Rosenau Kultur e.V. wurden die Voraussetzungen für eine finanzielle Förderung durch die Stadt geschaffen. Im Jahr 2013 gab die „Neue Arbeit Dienstleistungsagentur GmbH“ ihren endgültigen Rückzug als Betreiber der Rosenau bekannt. Seit Anfang 2014 ist der Rosenau Kultur e.V. als Mieter und Pächter verantwortlich für die Kulturbühne.

Struktur und Finanzierung

Der Rosenau Kultur e.V. wird seit 2010 vom Kulturamt der Stadt Stuttgart und mittlerweile auch vom Land Baden-Württemberg finanziell gefördert. Nachdem zwischenzeitlich nur noch ein ausgedünnter Betrieb mit rund 80 Veranstaltungen im Jahr möglich war[7], bietet die Rosenau inzwischen wieder ein ganzjähriges Kulturprogramm. Im Laufe der Jahre haben sich immer wieder auch Künstler, Gäste und Künstleragenturen für den Erhalt der Bühne eingesetzt. Der Kabarettist Olaf Schubert etwa wird auf der Rosenau-Homepage mit den Worten zitiert: „Wir haben mehrfach hier gastiert und stießen auf ein interessiertes und angenehmerweise oft auch junges Publikum, was sicher auch an der Preispolitik der Bühne liegt. Ich glaube, dass gerade junge Künstler auf solche Bühnen angewiesen sind und somit der ganze Laden von Bedeutung ist.“[8]

Seit Mai 2010 gibt es einen eigenen Freundes- und Förderkreis, dessen Mitglieder während der Verhandlungen mit der Stadt Stuttgart über eine finanzielle Förderung mit verschiedenen Aktionen für den Erhalt der Bühne geworben haben und die Rosenau bis heute durch einen jährlichen Beitrag unterstützen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Rosenau Stuttgart · Lokalität & Bühne · Vorhang auf … Ziehen Sie mit! In: www.rosenau-stuttgart.de. Abgerufen am 14. Januar 2016.
  2. LAKS Baden-Württemberg e.V. | Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. Abgerufen am 6. August 2017.
  3. Die „Erzeugergemeinschaft Stuttgarter Kabarett“ ist ein Zusammenschluss der Stuttgarter Bühnen Theaterhaus, Renitenztheater, Merlin, Laboratorium und Rosenau. Gemeinsam richten diese Bühnen jährlich das Stuttgarter Kabarettfestival aus.
  4. Thomas Hermanns: Quatsch Comedy Club für Stuttgart – Stuttgarter Nachrichten. In: stuttgarter-nachrichten.de. Abgerufen am 14. Januar 2016.
  5. Stuttgarter Nachrichten, Stuttgart, Germany: Rosenau: Wir bilden konsequent neue Trends ab – Stuttgarter Nachrichten. In: stuttgarter-nachrichten.de. Abgerufen am 1. März 2016.
  6. Johannes Zeller DE. In: johannes-zeller.de. Abgerufen am 14. Januar 2016.
  7. Benefizshow für Kleinkunstbühne: „Die Rosenau darf nicht sterben!“ – Stuttgarter Nachrichten. In: stuttgarter-nachrichten.de. Abgerufen am 14. Januar 2016 (deutsch).
  8. Rosenau Stuttgart · Lokalität & Bühne · Vorhang auf … Ziehen Sie mit! In: www.rosenau-stuttgart.de. Abgerufen am 14. Januar 2016.

Koordinaten: 48° 46′ 16,1″ N, 9° 9′ 39,2″ O

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