Klaus Fehling

Die Planungsregion Nürnberg oder auch Planungsregion Nürnberg (7) genannt (kurz auch: Region Nürnberg oder Ballungsraum Nürnberg), ist eine von insgesamt 18 Planungsregionen des Freistaates Bayern. Sie bildet mit Nürnberg (Zentrum der Region) und ihren kreisfreien Nachbarstädten Fürth, Erlangen und Schwabach den Ballungsraum Nürnberg, sowie den Kern der Metropolregion Nürnberg. Sie war bis 30. April 2014 die Planungsregion Industrieregion Mittelfranken.

Struktur

Die Planungsregion Nürnberg liegt im östlichen Teil des Regierungsbezirkes Mittelfranken und bildet einen wichtigen Teil der Europäischen Metropolregion Nürnberg. Im Regionalen Planungsverband Region Nürnberg sind folgende Körperschaften zusammengeschlossen: die vier kreisfreien Städte Erlangen, Fürth, Nürnberg und Schwabach und die vier Landkreise Erlangen-Höchstadt, Fürth, Nürnberger Land und Roth sowie die dazugehörigen Landkreisgemeinden. 2018 lebten in der Region 1.349.848 Einwohner, bei 460 E/km²[1][2] auf einer Fläche von 2.934,67 km² in 86 Gemeinden.[3][4] Davon entfielen auf die vier benachbarten, kreisfreien Städte Nürnberg, Fürth, Erlangen, Schwabach 798.867 Einwohner auf 367,5 km² (entspricht 2.174 E/km²), welche gemeinsam als Mehrfachzentrum eine der drei Metropolen in Bayern bilden.

Zu den Mittelzentren der Region gehören die Städte Hersbruck, Herzogenaurach, Lauf a.d. Pegnitz und Roth.

Die Städte Altdorf b. Nürnberg, Hilpoltstein, Höchstadt a.d. Aisch sind Unterzentren, die als mögliche Mittelzentren eingestuft wurden. Weitere Unterzentren der Planungsregion sind Allersberg, Georgensgmünd, Greding, Langenzenn und Schnaittach.

Zu den Kleinzentren der Region Nürnberg gehören die Orte Abenberg, Adelsdorf, Burgthann, Cadolzburg, Großhabersdorf, Heideck, Hemhofen, Mühlhausen, Neuhaus a.d.P., Pommelsbrunn, Röttenbach, Roßtal, Schwanstetten, Spalt, Thalmässing, Velden, Weisendorf und Wilhermsdorf.

Geschichte

1972 erfolgte die Einteilung des Freistaates Bayern in 18 Planungsregionen auf Grundlage des Bayerischen Landesplanungsgesetzes von 1970. Der Regionale Planungsverband entstand 1973. Aktueller Verbandsvorsitzender ist Matthias Thürauf, der Oberbürgermeister der Stadt Schwabach.

Bildung und Forschung

Die Region Nürnberg verfügt über die zweitgrößte Ansammlung von Universitäten und Hochschulen innerhalb Bayerns. Die Friedrich-Alexander-Universität (FAU) mit ihren Standorten in Nürnberg und Erlangen stellt die drittgrößte bayerische Hochschule dar. Des Weiteren ist mit der TH Nürnberg Georg Simon Ohm (THN) die älteste polytechnische Schule Bayerns in der Region verankert. Neben den Kunsthochschulen Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und Hochschule für Musik Nürnberg sind auch die Evangelische Hochschule Nürnberg (EVHN), die Wilhelm Löhe Hochschule Fürth (WLH), die International Business School Nürnberg (IBS) und eine Niederlassung der Hochschule für Ökonomie und Management (FOM) ansässig. Bis 2025 ist des Weiteren die Eröffnung der Technischen Universität Nürnberg, als zehnte bayerische Landesuniversität, auf dem ehemaligen Südbahnhofareal geplant.[5]

Nürnberg ist des Weiteren ein Zentrum der Informations- und Kommunikationstechnologie, sowie der Leistungselektronik und hat mit dem Optical Center of Excellence der Firma Lucent Technologies, ihr größtes Forschungszentrum außerhalb der USA, dem Fraunhofer-Institut, der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Technologien der Logistik-Dienstleistungswirtschaft ATL, einer Außenstelle des Fraunhofer-Institut für Bauphysik, dem Energie Campus Nürnberg, dem , dem Forschungsinstitut Betriebliche Bildung und dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung eine Vielzahl an Forschungsinstituten. Auch Erlangen besitzt mit dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS), an dem unter anderem das MP3-Dateiformat entwickelt wurde, dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie (IISB), dem Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts, dem Forschungszentrum der Siemens AG, dem Bayerischen Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE Bayern) Abteilung Thermosensorik und Photovoltaik und dem Bayerische Laserzentrum (BLZ) ebenso eine große Anzahl von in verschiedenen Forschungsfeldern tätigen Instituten.

Bevölkerungsentwicklung

Die folgende Tabelle zeigt die Bevölkerungsentwicklung in der Region Nürnberg seit dem Jahre 1970, aufgeteilt in ihre acht Kreise:

Jahr Bevölkerung jeweils zum 1. Januar
Nürnberg-Stadt Fürth-Stadt Erlangen-Stadt Schwabach-Stadt Nürnberger Land Fürth-Land Erlangen-Höchstadt Roth Region Nürnberg
1970 477.108 94.774 84.110 31.268 136.275 75.261 79.752 88.650 1.067.198
1987 470.943 97.480 99.808 35.627 149.127 93.861 106.113 103.944 1.156.903
2000 486.628 110.477 100.064 38.213 168.024 112.896 128.939 124.187 1.269.428
2010 503.673 114.044 105.164 38.879 166.260 114.810 131.448 124.186 1.298.464
2015 509.975 124.171 108.227 40.428 167.643 114.291 134.136 125.140 1.324.011
2019 518.365 127.748 111.962 40.792 170.365 117.387 136.271 126.958 1.349.848
Jahr Nürnberg-Stadt Fürth-Stadt Erlangen-Stadt Schwabach-Stadt Nürnberger Land Fürth-Land Erlangen-Höchstadt Roth Region Nürnberg

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)
  2. Bevölkerung - Bestand und Bevölkerungsdichte am 31. Dezember 2015. (PDF) Regierung von Mittelfranken, 14. Juli 2016, S. 1, abgerufen am 19. Mai 2017.
  3. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)
  4. Bevölkerung - Bestand und Bevölkerungsdichte am 31. Dezember 2015. (PDF) Regierung von Mittelfranken, 14. Juli 2016, S. 1, abgerufen am 19. Mai 2017.
  5. Söder: Ab jetzt wird geplant und dann gebaut! Grundstück für die Technische Universität Nürnberg an Freistaat Bayern übergeben auf bayern.de, vom 9. Oktober 2018, aufgerufen am 10. Oktober 2018
loading