Klaus Fehling

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Das Neckartor ist ein Verkehrsknotenpunkt in Stuttgart im Kernerviertel. Die Straße Am Neckartor erinnert an das gleichnamige Stuttgarter Stadttor, das ebenso wie alle anderen heute verschwunden ist. Heute passieren 60.000 Autos pro Tag den Straßenabschnitt.[1] Er verbindet auf der B 14 die Willy-Brandt-Straße mit der Cannstatter Straße. Während sich westlich der Schlossgarten und dahinter der Hauptbahnhof anschließen, zweigen beim Stadtbahn-Zugang in östlicher Richtung mehrere Straßen ab. Nördlich davon befindet sich vor der Heilmannstraße eine bekannte Luftmessstation.

Bekannte Bauwerke in unmittelbarer Nähe

Am Neckartor (Hausnummern 18 und 20) befinden sich denkmalgeschützte Jugendstilgebäude von Emil Rein. Gegenüber befand sich der 1877 aufgestellte Nymphenbrunnen von Johann Heinrich Dannecker, damals noch in Sandstein, der 1944 bei einem Bombenangriff zerstört worden ist. Eine Kopie der Brunnennymphe wurde danach im angrenzenden Schlossgarten aufgestellt. Von 1812 bis 1873 befand sich auf dem angrenzenden Gelände eines königlichen Landschlösschens die von Friedrich I. gegründete Menagerie, dem Vorgänger der heutigen Wilhelma (siehe dort). 1913/1914 unterhielten Oskar Schlemmer und sein Bruder Wilhelm den Neuen Kunstsalon, der Werke von August Macke und Eugen Zeller zeigte.[2]

Luftmessstation

Am Neckartor befindet sich seit 2001[5] eine Luftmessstation (mit Messungen seit Dezember 2003), die die benachbarte Kreuzung jahrelang als „Deutschlands dreckigste“ auswies und noch immer die bekannteste Luftmessstation Deutschlands ist.[1] Es gibt Messeinrichtungen für ein dreiwöchiges Analyseverfahren in den Feinstaubklassen PM10 und PM2,5 sowie zur sofortigen Messung ein Streulichtverfahren. Sie ist die einzige Station dieser Art in Stuttgart und ergänzt die Passivsammler, die im ganzen Stadtgebiet als kleine und kostengünstige Messgeräte im Einsatz sind. Ende 2018 wurden am gesamten Straßenabschnitt 17 Filtersäulen aufgestellt. Im Rahmen eines Pilotprojekts soll in einem Zeitraum von zwei Jahren erprobt werden, ob sie die Feinstaubbelastung und damit auch die Grenzwertüberschreitungen wirksam reduzieren können.[6] Zuvor waren u. a. eine Mooswand, Nassstaubsauger und besonders beschichtete Bodenplatten installiert worden, die jedoch nicht den ganzen Straßenabschnitt von Schadstoffen entlasten konnten. Zuletzt wurden spezielle Wandfarben und Fahrbahnbeläge eingesetzt, um die Stickoxidwerte zu vermindern.[1] Niedrig genug sind sie immer noch nicht. Deshalb wurden auch Radarfallen installiert und auf der durchfahrenden Buslinie Hybrid-Expressbusse eingesetzt.

Seit Januar 2019 kommt es an der Messstation zu regelmäßigen Demonstrationen, die sich gegen die Fahrverbote für Euro-IV-Dieselfahrzeuge richten. Sollte sich die Schadstoffbelastung bis zum Sommer 2019 nicht deutlich verbessern, drohen Dieselfahrverbote auch für Euro-V-Fahrzeuge. In der Vergangenheit wurde die Messstation mehrfach beschädigt und dadurch außer Betrieb gesetzt.[7][8]

Siehe auch

Weblinks

  • Spot-Station Am Neckartor – Eintrag auf der Website vom Amt für Umweltschutz, Abteilung Stadtklimatologie, abgerufen am 7. April 2019

Einzelnachweise

  1. a b c Jens Schmitz: Feinstaub – Deutschlands bekannteste Messstation am Neckartor in Stuttgart. Südwestpresse, 23. Februar 2019
  2. Ausstellungen. In: Schwäbische Kronik, des Schwäbischen Merkurs zweite Abteilung, Nr. 191, Abendblatt, 27. April 1914, S. 1.
  3. Thomas Durchdenwald: Der schwierige Kampf gegen den Feinstaub, in: Stuttgarter-Zeitung vom 15. April 2014
  4. Ergebnisse der Spotmessungen 2016, Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, abgerufen am 19. Februar 2017
  5. Video: Geschichte einer Messstation im ARD-Morgenmagazin (Moma), 8. Februar 2019 (1:34 Min.)
  6. Neue Filtersäulen säubern Luft am Neckartor. Stuttgarter Zeitung, 28. November 2018
  7. Unbekannte zünden Feinstaub-Messstation am Neckartor an. In: Stuttgarter Zeitung. 8. April 2019, abgerufen am 8. April 2019.
  8. Christoph Link, Konstantin Schwarz: CDU „irritiert“ über Messproblem. Stuttgarter Zeitung, 26. Juni 2018

Koordinaten: 48° 47′ 15,3″ N, 9° 11′ 23,3″ O

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