Klaus Fehling

Müncherlbach
Koordinaten: 49° 21′ 7″ N, 10° 50′ 47″ O
Höhe: 376 m ü. NHN
Fläche: 4,88 km²
Einwohner: 247 (30. Sep. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 91560
Vorwahl: 09872
Ortsansicht
Ortsansicht

Müncherlbach (umgangssprachlich: Erlba[2]) ist ein Ortsteil der Stadt Heilsbronn im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Geografie

Durch das Dorf fließt der Erlbach, der ein linker Zufluss der Schwabach ist. Der Ort ist von den Fluren Im Flecken und Winterleite (südl.), Herbstwiesenfeld (nördl.), Tollbuck (nordöstl.), Hundsgraben und Rohrer Grund (südöstl.) umgeben. Ca. 1,5 km nordwestlich des Ortes entlang der Eisenbahnlinie befindet sich eines der größten Solarfelder des Landkreises Ansbach.[3]

Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort als „Erelbach“ im Jahr 1300. Der Ortsname leitet sich vom gleichlautenden Gewässernamen ab, dessen Bestimmungswort die Erle ist. Die meisten Höfe gehörten zu dieser Zeit dem Kloster Heilsbronn, weswegen der Ort zur besseren Unterscheidung von Orten gleichen Namens den Zusatz „monachorum“ (1505) bzw. „Münch-“ (ab 1568 bezeugt) erhielt.[2]

Im 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn aus dem Jahr 1608 werden für Müncherlbach nur die 3 Mannschaften verzeichnet, die das Kastenamt Bonnhof als Grundherrn hatten (3 Bauern). Die Mannschaften anderer Grundherren werden nicht aufgelistet. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.[4] Im Dreißigjährigen Krieg wurden die meisten Anwesen niedergebrannt.[5]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Müncherlbach 19 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach im begrenzten Umfang aus. Es hatte ggf. an das brandenburg-ansbachische auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-bayreuthische Kastenamt Bonnhof inne, wurde aber vom Spitalamt Nürnberg strittig gemacht. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherren: 5 Anwesen dem Kastenamt Bonnhof, 7 Anwesen dem Fürstentum Ansbach (: 3, Kastenamt Schwabach: 4), 3 Anwesen den Nürnberger Eigenherrn (von Holzschuher: 1, von Stromer: 1, von Haller: 1) und 4 Anwesen der Reichsstadt Nürnberg (Spitalamt: 3, Landesalmosenamt: 1).[6]

1801 gab es im Ort 17 Haushalte, von denen 11 der Reichsstadt Nürnberg und 6 dem ansbachischen Kameralamt Roßtal untertan waren.[7]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Müncherlbach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Weißenbronn zugeordnet. Es gehörte auch der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Weißenbronn an.[8] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) löste sich Müncherlbach von Weißenbronn und bildete eine Ruralgemeinde.[9] Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn und in der Finanzverwaltung dem . Von 1862 bis 1879 wurde Müncherlbach vom Bezirksamt Heilsbronn verwaltet, seit 1880 vom Bezirksamt Ansbach (1938 in Landkreis Ansbach umbenannt) und dem (1920–1929: , ab 1929: ). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Heilsbronn, 1880–1956 Amtsgericht Heilsbronn, seit 1956 Amtsgericht Ansbach.[10] Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 4,876 km².[11] Im Zuge der Gebietsreform wurde Müncherlbach am 1. Januar 1972 nach Heilsbronn eingemeindet.[12]

Baudenkmäler

  • Haus Nr. 1 (Gastwirtschaft zum goldenen Hirschen): zweigeschossiger Bau, bezeichnet 1753, mit zweigeschossigem Giebel und Satteldach sowie geohrtem Portalrahmen; Anbau bezeichnet 1808[13]
  • Haus Nr. 9: dazugehörige Scheune

Siehe auch: → Liste der Baudenkmäler in Heilsbronn#Müncherlbach

Einwohnerentwicklung

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2007 2016
Einwohner 119 165 176 178 176 173 161 158 157 176 169 172 165 162 161 161 201 188 170 293 286 269 236 222 221 240 247
Häuser[14] 21 24 27 29 30 31 33 41 51
Quelle [15] [16] [17] [17] [18] [17] [19] [17] [20] [21] [20] [20] [22] [20] [20] [20] [23] [20] [20] [20] [24] [20] [11] [25] [26]

Religion

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn).

Verkehr

Müncherlbach liegt an der B 14 zwischen Heilsbronn und Buchschwabach. Von Raitersaich her führt die Kreisstraße FÜ 22/AN 25/RH 12 nach Müncherlbach weiter nach Rohr. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Gottmannsdorf und nach Göddeldorf zur AN 29.

Literatur

Weblinks

 Commons: Müncherlbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. www.heilsbronn.de
  2. a b E. Fechter, S. 135.
  3. Müncherlbach im BayernAtlas
  4. Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 11. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 738.
  5. G. Muck, Bd. 2, S. 239.
  6. H. H. Hofmann, S. 141f.
  7. J. K. Bundschuh, Bd. 3, Sp. 679.
  8. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 963.
  9. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 44 (Digitalisat).
  10. M. Jehle, Bd. 2, S. 1002.
  11. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 756 (Digitalisat).
  12. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 421.
  13. G. P. Fehring, S. 128. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt ggf. abgerissen.
  14. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  15. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 61 (Digitalisat).
  16. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 150 (Digitalisat).
  17. a b c d Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 174, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  18. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1043, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  19. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1209, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  20. a b c d e f g h i j Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 164, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  21. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1095 (Digitalisat).
  22. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1159 (Digitalisat).
  23. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1197 (Digitalisat).
  24. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1028 (Digitalisat).
  25. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 170 (Digitalisat).
  26. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 327 (Digitalisat).
loading