Klaus Fehling

Die Kfz-Kennzeichen des Kosovo wurden am 6. Dezember 2010[1] eingeführt und sind in der Regel weiß mit schwarzer Aufschrift. Die Schilder enthalten in Anlehnung an die Euro-Kennzeichen einen blauen Streifen am linken Rand mit den Buchstaben RKS (für Republik Kosovo). Eine zweistellige Zahl gibt im Folgenden die entsprechende Region an, bevor das kosovarische Wappen auf dem Schild erscheint. Es folgen drei Ziffern und – von einem Strich getrennt – zwei Buchstaben als fortlaufende Seriennummer.[2]

Ausführungen

  • Kennzeichen für Anhänger zeigen dunkelblaue Schrift, gleichen sonst aber normalen Schildern. Regierungskennzeichen weisen anstatt der Regionscodierung eine 3 und ein Z zu Beginn des Schildes auf.
  • Die kosovarische Polizei führt Nummernschilder mit roter Schrift an ihren Fahrzeugen. Sie zeigen zunächst den Schriftzug POLICE, dann das Wappen, drei Ziffern und die Codierung der Stadt.
  • Einen ähnlichen Aufbau zeigen die Schilder des Zolls. Zunächst erscheint das Wort CUSTOMS und nach dem Wappen schließlich drei Ziffern und zwei Buchstaben. Die Schriftfarbe ist weiß, der Hintergrunde hellblau.
  • Diplomatenkennzeichen besitzen einen schwarzen Hintergrund und weiße Aufschrift. Sie zeigen am linken Rand die Buchstaben RKS übereinander. Die Kombination besteht aus zwei Ziffern, den Buchstaben CD und weiteren drei Ziffern. Am rechten Rand befindet sich das Ausgabejahr des Schildes.

Die kosovarischen Nummernschilder sind nur in jenen Ländern gültig, die den Kosovo als unabhängigen Staat anerkennen.[3] In den serbischen Enklaven werden auch serbische Kennzeichen verwendet. Seit dem 1. Juni 2012 müssen auch dort alle Fahrzeuge mit kosovarischen Kennzeichen zugelassen werden.[4]

Geschichte

Bis zum Ende des Kosovokrieges 1999 wurden im Kosovo jugoslawische Nummernschilder ausgegeben. Unter der Verwaltung der Vereinten Nationen wurden ab dem 30. September des gleichen Jahres neue Kennzeichen, die zunächst als Provisorium dienen sollten, eingeführt. Diese zeigten am oberen und unteren Rand eine hellblaue Linie, ganz links erschien das Jahr der Erstzulassung in hellblauer Schrift. Die eigentliche Kombination bestand aus drei Ziffern, gefolgt von einem Bindestrich und den Buchstaben KS für Kosovo. Nach einem weiteren Bindestrich folgten nochmals drei Ziffern. Aus der Zahlenkombination konnten keine weiteren Schlüsse bezüglich der genaueren Herkunft des Fahrzeugs gezogen werden. Gelegentlich wurden die Schilder um inoffizielle blaue Balken mit der 2008 angenommenen kosovarischen Flagge ergänzt. Polizeifahrzeuge besaßen Kennzeichen mit roter Schrift. Die Sicherheitskräfte des Kosovo führten spezielle Schilder mit den Buchstaben KSF. Bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen war der Hintergrund grün, die Schrift weiß.

Nachdem das Land am 17. Februar 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärte, wurde Ende 2010 das derzeitige Kennzeichensystem eingeführt.

Kürzel

In der oberen Tabelle befinden sich die aktuellen Regionskodierungen der Republik Kosovo.

Die untere Tabelle zeigt die historischen Kürzel des jugoslawischen bzw. serbischen Systems, die auf dem Gebiet des Kosovo verwendet wurden. Im Nordkosovo werden von den serbischen Einwohnern weiterhin die serbischen Kennzeichen verwendet, obwohl diese laut der kosovarischen Regierung seit 2012 illegal sind.

Republik Kosovo

Nummer Bezirk
01 Prishtina1
02 Mitrovica
03 Peja
04 Prizren
05 Ferizaj
06 Gjilan
07 Gjakova

Jugoslawien bzw. Serbien

Kürzel Kreis
ĐJ Đakovica (Gjakova)
GL Gnjilane (Gjilan)
KM Kosovska Mitrovica (Mitrovica)
PE Peć (Peja)
PR Priština (Prishtina)1
PZ Prizren
UR Uroševac (Ferizaj)
1 Die neutrale Variante für Prishtina bzw. Priština ist Pristina.

Weblinks

 Commons: Kosovarische Kfz-Kennzeichen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://www.koha.net/index.php?cid=1,7,42589
  2. Dokument des Innenministeriums über die Neuordnung der Fahrzeugregistrierung vom 14. September 2009 (PDF; 1,2 MB) (albanisch, englisch, serbisch)
  3. Europäische Kennzeichen-Systeme: Kosovo, abgerufen 26. Februar 2013
  4. Meldung der Tiroler Tageszeitung vom 30. Mai 2012 (Memento des Originals vom 6. Juni 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2
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