Klaus Fehling

Großweismannsdorf
Markt Roßtal
Koordinaten: 49° 22′ 52″ N, 10° 56′ 12″ O
Höhe: 386 m ü. NHN
Einwohner: 533 (1. Jan. 2018)[1]
Postleitzahl: 90574
Vorwahl: 09127

Großweismannsdorf (umgangssprachlich: „Waimeʳschdoʳf“[2]) ist ein Ortsteil des Marktes Roßtal im Landkreis Fürth.

Geographie

Durch das Dorf fließt der , der ein linker Zufluss der Rednitz ist. Der Ort bildet mit dem südwestlich gelegenen Kleinweismannsdorf eine geschlossene Siedlung und ist von Acker- und Grünland mit vereinzeltem Baumbestand umgeben. Im Westen wird die Flur Tränkäcker genannt, im Südwesten Bodenfeld, im Nordosten Steingaßfeld und im Osten Hochstraßfeld und Kühbuck. Ca. 0,5 km nördlich befindet sich das Waldgebiet Im Loch.[3]

Geschichte

In einem Schreiben des Papstes Innozenz IV. aus dem Jahre 1249 wird dem Kloster Heilsbronn Besitz in „Wizmansdorf“ bestätigt. Dies ist zugleich die erste urkundliche Erwähnung.[4] Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Wizman.[2]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Großweismannsdorf 17 Haushalte. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische aus. Grundherren waren das (drei Höfe, fünf Güter, Schmiede, Schenkstatt, Hirtenhaus), die Reichsstadt Nürnberg: Schlüsselfelder-Stiftung (ein Gut), Spitalamt (ein Hof) und Nürnberger Eigenherren: von Grundherr (ein Gütlein, Wirtshaus), von Scheurl (ein Hof), von Volckamer (ein Gut).[5] 1800 gab es im Ort 15 Haushalte, von denen zehn ansbachisch und fünf fremdherrisch waren.[6]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 das Steuerdistrikt Großweismannsdorf gebildet. Zu der I. Sektion gehörten die Orte Defersdorf und Kleinweismannsdorf, zu der II. Sektion gehörten die Orte Gutzberg, Loch, Oberbüchlein, Sichersdorf und Unterbüchlein. Im selben Jahr wurde die Ruralgemeinde Großweismannsdorf gegründet, die deckungsgleich war mit der I. Sektion des Steuerdistrikts. Die Gemeinde unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Cadolzburg und in der Finanzverwaltung dem (1920 in umbenannt). 1 Anwesen unterstand in der freiwilligen Gerichtsbarkeit bis 1812 dem Patrimonialgericht von Volckamer, 2 Anwesen von 1823 bis 1835 dem Patrimonialgericht Boxdorf.[7] Ab 1862 wurde Großweismannsdorf vom Bezirksamt Fürth verwaltet (1938 in Landkreis Fürth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Cadolzburg, von 1880 bis zum 1. März 1931 lag sie beim Amtsgericht Cadolzburg, seitdem wird sie vom Amtsgericht Fürth wahrgenommen. Die Finanzverwaltung wurde am 1. Januar 1929 vom übernommen. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 7,360 km².[8]

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde Großweismannsdorf am 1. Mai 1978 nach Roßtal eingemeindet.[9]

Baudenkmäler

  • Ansbacher Str. 29: Kleinbauernhaus
  • Ansbacher Str. 30: zugehörige Fachwerkscheune
  • Ansbacher Str. 34: Scheune
  • Ansbacher Str.: zwei Steinkreuze
  • Nähe B 14: Gedenkstein

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Roßtal#Großweismannsdorf

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Großweismannsdorf

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 229 313 332 319 319 317 322 309 362 344 335 292 314 318 326 362 377 372 358 620 638 600 557 626
Häuser[10] 45 49 56 59 56 65 100 93
Quelle [11] [12] [13] [13] [14] [13] [15] [13] [13] [16] [13] [13] [17] [13] [13] [13] [18] [13] [13] [13] [19] [13] [8] [20]

Ort Großweismannsdorf

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 001997 002007 002018
Einwohner 129 167 147 147 142 120 194 328 321 301 421 588* 590* 533*
Häuser[10] 20 22 24 23 35 37 55 106
Quelle [11] [12] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [8] [20] [21] [1] [1] [1]
* inklusive Zweitwohnsitzen

Religion

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach gepfarrt.

Verkehr

Die Bundesstraße 14 verläuft südwestlich nach Buchschwabach und nordöstlich an Gutzberg vorbei nach Stein. Die Staatsstraße 2409 führt südlich nach Kleinweismannsdorf. Die Kreisstraße FÜ 14 verläuft nördlich nach Sichersdorf. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nordwestlich nach Kastenreuth.

Literatur

Weblinks

 Commons: Großweismannsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Einwohnerzahlen auf der Website rosstal.de
  2. a b W. Wiessner, S. 102.
  3. Großweismannsdorf im BayernAtlas
  4. G. Muck, Bd. 1, S. 65.
  5. H. H. Hofmann, S. 121.
  6. J. K. Bundschuh, Bd. 2, Sp. 414.
  7. H. H. Hofmann, S. 229; Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 27 (Digitalisat).
  8. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 780 (Digitalisat).
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 714.
  10. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  11. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 33 (Digitalisat). Für die Gemeinde Großweismannsdorf zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Defersdorf (S. 17) und Kleinweismannsdorf (S. 49).
  12. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 66 (Digitalisat).
  13. a b c d e f g h i j k l m n Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 172, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  14. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1030, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  15. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1195, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  16. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1125–1126 (Digitalisat).
  17. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1194 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1231 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1061–1062 (Digitalisat).
  20. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 174 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 337 (Digitalisat).
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