Klaus Fehling

Georg Friedrich Distelbarth (* 22. September 1768 in Ludwigsburg; † 23. Mai 1836 in Stuttgart) war ein klassizistischer württembergischer Bildhauer von regionaler Bedeutung.[1] Seine Werke entstanden meist nach den Vorlagen anderer Künstler. Zu seinen Hauptwerken zählen die Wasser- und Wiesennymphe, das Artemis-Selene-Relief und die Liebesvase.

Leben

Friedrich Distelbarth war Sohn von Johann Christoph Distelbarth und Anna Maria Distelbarth geb. Walter. Der Vater, ein gelernter Flaschner, war damals einfacher Soldat („Gemeiner“) im Artillerieregiment des württembergischen Herzogs Carl Eugen.[2] Als Sohn eines armen Soldaten wurde Distelbarth in das Militärische Waisenhaus in Ludwigsburg aufgenommen, wo er seine erste Schulausbildung erhielt.[3]

Hohe Carlsschule (1782–1792)

Am 31. Januar 1782 trat Distelbarth im Alter von 13 Jahren als „Zögling der Bildhauerkunst“ in die Hohe Carlsschule in Stuttgart ein. Diese hatte den Rang einer Universität, wobei der Unterricht in den unteren Klassen etwa dem eines heutigen Gymnasiums entsprach. Distelbarth war von allen Gebühren befreit, auch für Kleidung, Ernährung und Unterkunft in dem angeschlossenen Internat kam der Herzog auf.[4]

Unter den durchschnittlich etwa 25 Kunststudenten gab es nur wenige Bildhauerschüler.[5] Zwei fast gleichaltrige Mitschüler stammten wie Distelbarth aus Ludwigsburg, seine Freunde Sigismund Christian Friedrich Keppler (der Ältere) (* 1767), der später in den Hofdienst der Herzogin Franziska von Hohenheim übertrat,[6] und Joseph Wilhelm Ludwig Mack (1767–1835),[7] der spätestens 1807 zum Hofstukkateur ernannt wurde. Ein anderer Mitschüler und Freund war Johann Bernhard Frank (1770–1836), der zwei Jahre nach Distelbarth in die Schule aufgenommen wurde und 1798 zum Hofbildhauer avancierte.[8]

Die Bildhauer-Eleven mussten wie alle anderen Carlsschüler zuerst den umfassenden und gründlichen allgemeinen Unterricht absolvieren. Das Pensum umfasste Schreiben und Zeichnen, Latein, Französisch, Italienisch, Geschichte, Religion, Philosophie, Römische Altertümer, Geographie, Mathematik und gesellschaftliche Fertigkeiten (Tanzen, Fechten und Reiten).[9]

Anfang 1790 wurde der Bildhauer Johann Heinrich Dannecker als Professor an die Carlsschule berufen. Einige seiner ersten Schüler waren Distelbarth, Frank und Mack. Im Jahr 1792 verließ Distelbarth nach fast elfjährigem Studium die Carlsschule. Wie aus seinen Briefen hervorgeht, war er seinem Lehrer Dannecker in großer Dankbarkeit ergeben.[10]

Rom (1792–1799)

Anfang September 1792[11] reiste Distelbarth zu Fuß und auf eigene Kosten nach Rom, wo er sich bis 1799 aufhielt.[12] Er fand Unterkunft in demselben Haus, in dem bereits der fast gleichaltrige spätere Stuttgarter Architekt und Maler Nikolaus Thouret, ein alter Bekannter von der Carlschule, wohnte.[13] Ein Empfehlungsschreiben von Dannecker („Er hat Kopf, ist arbeitsam, hat Nerve, belesen, und fühlt was zu einem Künstler gehört.“)[14] verschaffte ihm Eingang bei Danneckers Freund, dem Schweizer Bildhauer Alexander Trippel, der seit 1778 beständig in Rom lebte. Von Trippel erhielt er erste Aufträge, die er in dessen Werkstatt und unter seiner Anleitung ausführen konnte. Außerdem besuchte er Trippels Privatakademie[15] und die Künstlerakademie Accademia di San Luca, und in den Wintern 1796/97 und 1797/98 nahm er, zusammen mit fast 20 anderen Künstlern, an Aktkursen in einer Privatakademie unter der Leitung des bayrischen Landschaftsmalers Johann Christian Reinhart teil.

Im Sommer 1793 bot sich ihm die Gelegenheit, mit einer schwäbischen Reisegruppe auf deren Kosten eine dreimonatige Studienreise nach Neapel zu unternehmen. Einen Tag nach seiner Rückkehr, am 24. September 1793, starb sein Gönner Trippel. Nun war er hauptsächlich auf Aufträge aus der Heimat angewiesen (meist Marmorkopien von Antiken),[16] die ihm Dannecker oder dessen Schwager Heinrich Rapp vermittelten. Dabei blieb es nicht aus, dass er immer wieder in Geldnöte geriet.

In Rom lernte Distelbarth viele andere Künstler kennen, meistens sogenannte Deutschrömer[17] wie etwa den Karlsruher Architekten Friedrich Weinbrenner, aber auch die berühmten Bildhauer Bertel Thorvaldsen und Antonio Canova. Außer Thouret traf er weitere Stuttgarter Bekannte, u. a. den Tiroler Maler Joseph Anton Koch, den Kupferstecher Ernest Morace (1766–1820) und den Maler Eberhard von Wächter (1762–1852).

Der Protestant Distelbarth konvertierte 1796 zum katholischen Glauben[18] und heiratete am 26. Dezember des gleichen Jahres die sechs Jahre jüngere Anna Maria Roberti (* 1774), die Tochter eines Dieners.[19] Distelbarth bzw. das Ehepaar wohnten in einem überwiegend von Deutschrömern besiedelten Teil Roms, nicht weit von der Spanischen Treppe.[20] In Rom wurden dem Ehepaar zwei Kinder geboren: die Tochter Nunziata am 2. Januar 1797 und der Sohn Rudolf (Marcus Camillus Rudolfus) am 5. April 1799.[21] Der Sohn († 1879) wurde später Steuerkommissär in Stuttgart, die Tochter starb vor der Übersiedlung der Familie nach Stuttgart.[2]

Paris (1799–1803)

1799 begab sich Distelbarth nach Paris. Das erste Jahr widmete er seiner Weiterbildung. Anschließend, bis zu seiner Rückkehr nach Stuttgart 1803, bekleidete er den gut dotierten Posten eines Antiken-Restaurators im Pariser Louvre.[22] Dabei kam ihm zugute, dass eine Unmenge von Antiken auf ihre Wiederherstellung harrten, die auf Befehl Napoleons aus Rom geraubt und nach Paris verbracht wurden. In Paris bearbeitete er 1803 für Dannecker auch die Marmorbüste Johann Caspar Lavaters.[23]

Im Jahr 1802 kam der Dresdner Kupferstecher (1764–1803) nach Stuttgart zu dem Kupferstecher Johann Gotthard von Müller und ging zusammen mit dessen Sohn Johann Friedrich Müller (1782–1816) im gleichen Jahr nach Paris, wo beide auch mit Distelbarth zusammentrafen. Schmidt und Distelbarth wurden Freunde, teilten sich die Wohnung miteinander, und schließlich pflegte Distelbarth den bald schwer Erkrankten bis zu dessen frühem Tod am 7. Juli 1803.[24]

Stuttgart (1803–1836)

Ende 1803[25] kehrte Distelbarth trotz erheblicher finanzieller Einbußen[26] nach Stuttgart zurück, um als Assistent unter dem von ihm hochverehrten Dannecker arbeiten und sich unter dessen Anleitung weiterbilden zu können.[27] Er bearbeitete für ihn in Stuttgart u. a. die Skulptur „Trauernde Freundschaft“[28] und eine Schillerbüste.[29] Außerdem führte er die doppeltlebensgroße Sandsteinskulptur der Wasser- und Wiesennymphe für ihn aus. Neben den Aufträgen Danneckers führte Distelbarths hauptsächlich bildhauerischere Arbeiten nach Modellen und Vorlagen anderer Künstler aus. Auf diese Weise schuf er u. a. die Liebesvase nach dem Vorbild eines pompejanischen Wandgemäldes bzw. einem Relief von Thorvaldsen und das Artemis-Selene-Relief nach der Vorlage des Malers Johann Friedrich Dieterich.

1808 durfte Distelbarth auf Betreiben Danneckers nach Carrara reisen, „um den direkten Marmor-Ankauf wieder in Gang zu bringen“.[30] 1816 wurde Distelbarth zum Hofbildhauer ernannt.[31] Ab 1818 arbeitete er auch als Lehrer für den Zeichnungsunterricht am Gymnasium, ab 1829 als Professor an der Kunstschule, ab 1833 auch als Mitglied der Kunstschuldirektion.[32]

Die Familie Distelbarth wohnte in Stuttgart anfangs in der Langen Gasse[33] und dann in der Judenstraße.[34] Schließlich bezog sie ein eigenes Haus in der Kronenstraße 10.[35]

Im Neuen Nekrolog der Deutschen auf das Jahr 1836 wird unter „Kurze Anzeigen“ vermerkt, dass der Hofbildhauer Distelbarth am 23. Mai 1836 im Alter von 68 Jahren verstarb.[36] Ausführliche Nekrologe wurden keine veröffentlicht. Über die näheren Umstände seines Todes und über den Verbleib seines Nachlasses ist nichts bekannt.

Rezeption

Distelbarth wird keine eigenständige künstlerische Bedeutung zugesprochen, da seine Werke nach den Modellen oder Vorlagen anderer Künstler ausgeführt wurden. Der Kunstwissenschaftler Christian von Holst zählt Distelbarth zu den „nur beschränkten Begabungen, die z. B. Schloss Rosenstein auszuschmücken hatten“[37] Seine herausragenden handwerklich-künstlerischen Fähigkeiten sind unbestritten.

Werke

Minerva (Athena)
Literatur Hübinger 1987; Dokumente 5, 32e, 32n;
Brief von Distelbarth an Dannecker, Rom, 6. Juni 1794, Dokumente 6
Jahr 1793–1795
Beschreibung Büste der Minerva; Marmor, mit Sockel 56 cm hoch, Kopie einer Büste aus der Sammlung Albani in Rom, die sich jetzt in der Glyptothek in München befindet.
Standort Unter dem Titel „Athena“ in Ludwigsburg, Residenzschloss, Bibliothek des Königs, Inventarnummer Krgt 5753.[38] – Eine kleine Kopie der Büste schenkte Distelbarth seinem Gönner Heinrich Rapp (Verbleib unbekannt).
keine Abbildung vorhanden Isis
Literatur Dokumente 5, 32c, 32e, 32n
Jahr 1793
Beschreibung Kopf der ägyptischen Göttin Isis, Marmor, Kopie nach einer unbekannten Vorlage.
Standort Verbleib unbekannt.
Brutus
Literatur Dokumente 5, 32n; Hübinger 1987; Weiß 1997
Jahr 1793
Beschreibung Kopf des Brutus, Marmor, Kopie nach der Bronzebüste des Junius Brutus, Rom, Konservatorenpalast.[40]
Standort Verbleib unbekannt.
Melpomene
Literatur Dokumente 5, 32f, 32g, 32h; Nagel 2011
Jahr 1794
Beschreibung Kopf der Muse Melpomene, Marmor, 43,5 cm hoch, rückseitig bezeichnet: „Distelbarth. Rom. 1794.“, Kopie nach der Marmorstatue der Melpomene in den Vatikanischen Museen, Museo Pio Clementino, Inventarnummer 299. Auftraggeber war [42] (1751–1801), Kaufmann in Calw.
Standort 2011 bei Nagel im Kunsthandel.[43]
Thalia (Junge Frau in antikisierender Tracht)
Literatur Dokumente 5, 32f, 32g, 32h; Digitaler Katalog der Staatsgalerie Stuttgart
Jahr 1794
Beschreibung Kopf der Muse Thalia, Marmor, 46,2 cm hoch, rückseitig bezeichnet: „Distelbarth. Rom. 1794.“, Kopie nach der Marmorstatue der Thalia in den Vatikanischen Museen, Museo Pio Clementino, Inventarnummer 295. Auftraggeber war [42] (1751–1801), Kaufmann in Calw.
Standort Unter dem Titel „Junge Frau in antikisierender Tracht“ in Stuttgart, Staatsgalerie, Dauerleihgabe der LETTER Stiftung, Köln, Inventarnummer PL 320.
keine Abbildung vorhanden Apollino
Literatur Dokumente 5, 32g, 32h
Jahr 1795
Beschreibung Apollino, Marmor, Kopie nach dem Medici Apollo (Apollino) in den Uffizien in Florenz. Auftraggeber war ein Kunstfreund aus Frankfurt am Main.
Standort Verbleib unbekannt.
Wasser- und Wiesennymphe[44]
Literatur Holst 1987, S. 319–324; Hornbogen 1991
Jahr 1810–1815
Beschreibung Nymphengruppe, Keupersandstein, Ausführung in doppelter Lebensgröße nach einem lebensgroßen Gipsmodell von Johann Heinrich Dannecker.
Standort Tübingen, Kunsthalle, Literaturcafé literaturcafe-tuebingen.de.
Artemis-Selene-Relief
Literatur Grüneisen 1830; Seyffer 1831
Jahr 1830
Beschreibung Allegorie des Anbruchs der Nacht mit der Mondgöttin Artemis/Selene, Hochrelief in Sandstein, 2,38 m hoch, 12,06 m breit, Ausführung nach einem Entwurf des Malers Johann Friedrich Dieterich.
Standort Stuttgart, Schloss Rosenstein, Giebelfeld über dem Haupteingang.
Liebesvase
Literatur Wiemann 1993
Jahr um 1831
Beschreibung Monumentalvase mit der Allegorie der Liebesalter, Sandstein, 208 cm hoch, nach einem pompejanischen Wandgemälde bzw. Thorvaldsens Relief „Kærlighedens Aldre“ (siehe Liebesvase, Ikonographie).
Standort Stuttgart, Vorplatz am Kammertheater bei der Neuen Staatsgalerie.

Literatur

  • Klaus von Baudissin: Aus Danneckers Zeiten. In: Schwäbischer Merkur Nr. 380 vom 17. August 1926, S. 6.
  • Christian von Holst: Biedermeierlicher Klassizismus (1817–1832). In: Christian von Holst (Hrsg.): Schwäbischer Klassizismus zwischen Ideal und Wirklichkeit, Aufsätze. Stuttgart 1993, S. 65–76.
  • Annette Köger: Distelbarths Briefe an Dannecker. In: Christian von Holst (Hrsg.): Schwäbischer Klassizismus zwischen Ideal und Wirklichkeit, Aufsätze, Stuttgart 1993, S. 60–67.
  • Annette Köger: Antonio Isopi (1758–1833), ein römischer Bildhauer am württembergischen Hof, 2 Bände, Frankfurt am Main 1996.
  • Wolfgang Läpple: Schwäbisches Potsdam. Die Garnison Ludwigsburg von den Anfängen bis zur Auflösung, 2 Bände, Ludwigsburg 2009.
  • Friedrich Noack: Das Deutsche Rom, Rom 1912.
  • Friedrich Noack: Das Deutschtum in Rom seit dem Ausgang des Mittelalters, 2 Bände. Stuttgart 1927 (Nachdruck Aalen 1974).
  • Friedrich Noack: Distelbarth. In: Schedarium der Künstler in Rom, [Rom] ohne Jahr db.biblhertz.it.
  • Gustav Hauber: Die Hohe Karlsschule. In: Albert von Pfister (Hrsg.): Herzog Karl Eugen von Württemberg und seine Zeit. Band 2, Esslingen am Neckar 1909, S. 3–114.
  • Bertold Pfeiffer: Die bildenden Künste unter Herzog Karl Eugen. In: Albert von Pfister (Hrsg.): Herzog Karl Eugen von Württemberg und seine Zeit. Band 1. Esslingen am Neckar 1907, S. 615–768.
  • Adolf Spemann: Dannecker. Berlin 1909, besonders Anhang, S. 94–96.
  • ; Carl Alexander von Heideloff (Illustrator): Geschichte der Hohen Carls-Schule. Band 1: Die Carls-Schüler nach archivalischen Quellen. Würzburg 1856, besonders S. 114, 288, 457–460, 561–562.
  • Ulrike Weiß: Brutus. In: Fritz Fischer, Ulrike Weiß: Kunst des Klassizismus. Begleitbuch. Schloßmuseum Aulendorf, Zweigmuseum des Württembergischen Landesmuseums, Stuttgart 1997, S. 88–89.

Leben und Werk

  • Max Bach: Stuttgarter Kunst 1794–1860. Nach gleichzeitigen Berichten, Briefen und Erinnerungen. Stuttgart 1900, besonders S. 110.
  • Christian von Holst: Johann Heinrich Dannecker. Der Bildhauer. Stuttgart 1987, Stuttgart 1993, siehe Register auf S. 489 unter Distelbarth.
  • Christian von Holst (Hrsg.): Schwäbischer Klassizismus zwischen Ideal und Wirklichkeit. Katalog. Personenregister S. 427 unter Distelbarth.
  • Annette Köger: Friedrich Distelbarth. In: Christian von Holst (Hrsg.): Schwäbischer Klassizismus zwischen Ideal und Wirklichkeit, Katalog, Stuttgart 1993, S. 446.
  • Friedrich Müller: Die Künstler aller Zeiten und Völker: oder Leben und Werke der berühmtesten Baumeister, Bildhauer, Maler, Kupferstecher, Formschneider, Lithographen etc. von den frühesten Kunstepochen bis zur Gegenwart. Nach den besten Quellen bearbeitet. Band 1, Ebner & Seubert, Stuttgart 1857, S. 473 (Digitalisat).[45]
  • Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon usw., Band 3, München 1836, S. 419 (Digitalisat).[45]
  • Neuer Nekrolog der Deutschen 14.1836, Zweiter Theil, Weimar 1838, S. 1026 zu Nr. 868.
  • Friedrich Noack: Distelbarth, Friedrich. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 9: Delaulne–Dubois. E. A. Seemann, Leipzig 1913, S. 331 (Textarchiv – Internet Archive).
  • Peter Walch: Distelbarth, Friedrich. In: Jane Turner (Hrsg.): The Dictionary of Art, Band 9. New York 1996, S. 39, answers.com.[46]
  • Dankmar Trier: Distelbarth, Friedrich. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 28, Saur, München u. a. 2000, ISBN 3-598-22768-X, S. 7.
  • August Wintterlin: Württembergische Künstler in Lebensbildern. Stuttgart 1895, S. 69, 70, 109, 252, 316.

Werke

Siehe auch Wasser- und Wiesennymphe, Artemis-Selene-Relief und Liebesvase.

  • Axel Clesle: Johann Heinrich Dannecker, Stuttgart 2009 (Lavaterbüste). Johann Heinrich Dannecker. (PDF; 921 kB) schweikert-bonn-verlag.de
  • Karl Grüneisen: Ueber die Kunstwerke des königlichen Landhauses Rosenstein bey Stuttgart. In: Morgenblatt für gebildete Stände, Kunstblatt Nr. 73 vom 14. September 1830, 289–291 (Artemis-Selene-Relief). books.google.com.
  • Helmut Hornbogen: Danneckers Nymphengruppe. Über die bewegte Vergangenheit und vielfältige Gegenwart zweier leichtbekleideter Frauen. Tübingen 1991.
  • Ulrich Hübinger: Minerva. In: Baden und Württemberg im Zeitalter Napoleons, Katalog, Band 1,2. Stuttgart 1987, S. 611–612.
  • Nagel, Auktionskatalog 662, Kunst & Antiquitäten, Stuttgart, 23-24.02.2011, S. 484–485 (Nr. 831) auction.de.
  • Ernst Eberhard Friedrich von Seyffer: Beschreibung des Königlichen Landhauses Rosenstein. Stuttgart 1831, S. 29–30 (Artemis-Selene-Relief) books.google.de.
  • Elsbeth Wiemann: Die Ziervase nach Thorvaldsens „Allegorie der Liebesalter“ von Friedrich Distelbarth. In: Christian von Holst (Hrsg.): Schwäbischer Klassizismus zwischen Ideal und Wirklichkeit, Aufsätze, Stuttgart 1993, Seite 385–389.

Quellen und Nachweise

Archivalien

  1. Ludwigsburg, Staatsarchiv, E 19 Bü 228 (Steuerpflicht), E 19 Bü 433 (Baugesuch), E 19 Bü 929 (Modell einer Marmorschneidemühle), E 21 Bü 264 (Artemis-Selene-Relief), E 21 Bü 399 (Bauplatzgesuch).
  2. Stuttgart, Hauptstaatsarchiv, A 272 Bü 304 (Carlsschule).
  3. Stuttgart, Hauptstaatsarchiv, E200, Bü 484 (Stellenantritt in Stuttgart 1803).
  4. Stuttgart, Stadtarchiv, Stuttgarter Familienregister, Band 1, S. 972.
  5. Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek, Cod. hist. fol. 750, 32a-32w (Briefe von Distelbarth an Dannecker u. a.).
  6. Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek, Cod. hist. fol. 867 (1 Brief von Distelbarth an Dannecker).
  7. Zürich, Kunsthaus, Bibliothek, Trippel-Nachlass, Blatt 37 (Teilnehmerliste der Trippel-Akademie) und Distelbarth 1 (1 Brief von Distelbarth an Trippel).

Briefe

Weblinks

 Commons: Friedrich Distelbarth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Ältere Nachschlagewerke gaben fälschlich als Geburtsjahr 1780 und als Todesjahr 1835 an.
  2. a b Dokumente 4.
  3. Brief von Hauptmann Christian Daniel von Hoven an Oberst Christoph Dionysius von Seeger, Hohenheim, 30. Januar 1782 (Dokumente 2, Nr. 9). – Das Militärische Waisenhaus war in der ehemaligen Kanzleikaserne in der Wilhelmstraße 1–5 untergebracht, und ist nicht zu verwechseln mit dem Waisenhaus im „herzoglichen Zucht-, Arbeits-, Waisen- und Tollhaus“ in den Gebäuden in der Schorndorfer Straße (in und um das heutige Strafvollzugsmuseum), das im Gegensatz zu jenem einen sehr schlechten Ruf genoss. In das Waisenhaus wurden nicht nur Waisen, sondern auch Söhne und Töchter von armen Soldaten aufgenommen. Die Knaben sollten „zu tüchtigen Soldaten oder Handwerkern herangebildet“ werden und erhielten u. a. Unterricht in Religion, Schreiben, Lesen und Zeichnen, und konnten sich in einer Lernmanufaktur in Spinn-, Web- und Färbarbeiten üben. Siehe Läpple 2009, Band 1, S. 49, Band 2, S. 60–65.
  4. National-Verzeichniß der Zöglinge der Hohen Carls-Schule, Nr. 979, Stuttgart, Hauptstaatsarchiv, A 272 Bü 304; Wagner 1856, S. 391 zu Nr. 979.
  5. Hauber 1909, S. 101; Wagner 1856, S. 557–460.
  6. Wagner 1856, S. 371 zu Nr. 589, 458, 561–562.
  7. Mack war drei Wochen vor Distelbarth am 11. Januar 1782 in die Carlsschule eingetreten (Wagner 1856, S. 391 zu Nr. 976).
  8. Wagner 1856, S. 396 zu Nr. 1077, 459; Pfeiffer 1907, S. 738. – Die Schreibweise des Familiennamens variiert zwischen Frank und Franck.
  9. Nach dem Unterrichtsplan von 1782, siehe Hauber 1909, Tafel zu S. 33.
  10. Die öfter anzutreffende Behauptung, Distelbarth sei auch Schüler von Philipp Jakob Scheffauer gewesen, lässt sich nicht belegen. Er selbst schrieb kurz nach seiner Ankunft in Rom an Dannecker: „desswegen werde ich auch nie […] einen anderen vor meinen gütigen Lehrer ansehen, als Sie Bester Herr Professor, da nur Sie allein es wahren, der mich den ächten und guten Stiel in der Kunst mit so vieler Weißheit fühlen lehrte“ (Köger 1996, S. 382).
  11. Distelbarth schrieb am 16. Oktober 1792 an Dannecker: „wo ich dann glücklich (8. Oktober) in Rom ankam, nachdem ich 32 Tage unterwegs war“ (Baudissin 1926).
  12. Sein Sohn Rudolf wurde am 5. April 1799 noch in Rom geboren (Noack-Schedarium). Am 2. September 1803 schrieb er an Dannecker: „Ich bin wie Sie wissen seit 4 Jahr in Paris“ (Holst 1987, S. 460 zu D 52). Also muss er im Lauf des Jahres 1799 von Rom nach Paris übergesiedelt sein. – Anders als sein Lehrer Dannecker gehörte Distelbarth zu der großen Schar deutscher Künstler, die nicht von einem Fürsten oder einem reichen Privatmann gesponsert wurden. Ab 1795 erhielt er dann doch eine Zuwendung von jährlich 125 Gulden (Dokumente 5, 32l).
  13. Baudissin 1926.
  14. Spemann 1909, Anhang, S. 76 zu Nr. 144. – Distelbarth hatte außerdem selbst von Stuttgart aus ein „Bewerbungsschreiben“ an Trippel geschrieben (Dokumente 7, Distelbarth 1).
  15. Trippels Akademie bestand offenbar nach seinem Tod 1793 weiter. Eine Teilnehmerliste von 1795 führt 22 Künstler, darunter Distelbarth, auf (Dokumente 7, Blatt 37).
  16. Als Antiken bezeichnet man antike Kunstwerke.
  17. Eine Liste der Deutschrömer findet sich hier: kuenstlerleben-in-rom.de (PDF; 603 kB).
  18. Übertritte in die katholische Kirche kamen unter Deutschrömern immer wieder vor, oft aus Zwecküberlegung, seltener aus Überzeugung. Distelbarth nahm wie einige andere den katholischen Glauben an, um seine italienische Braut heimführen zu können (Noack 1927, Band 1, Seite 310–312).
  19. Es kam unter den Deutschrömern öfter vor, dass sie eine Italienerin heirateten, und es war auch nicht ungewöhnlich, eine Frau aus dem einfachen Volk zu ehelichen. Joseph Anton Koch z. B. vermählte sich mit einer Bauerntochter und Johann Christian Reinhart heiratete die Tochter eines Handwerkers (Noack 1912, Band 1, S. 196–197).
  20. Seit 1796 wohnte er nacheinander in der Strada Gregoriana (heute Via Gregoriana), Via Rasella, Via della Purificazione und zuletzt in der Via Felice (heute Via Sistina).
  21. Angaben zu den Wohnungen in Rom und zu Distelbarths Familie: Noack 1927, Band 2, S. 144; Noack-Schedarium.
  22. Brief von Distelbarth an Dannecker, Paris, 2. September 1803, Dokumente 3, Nr. 7.
  23. „Aus Paris brachte Distelbarth z. B. die weitgehend fertiggestellte Marmorbüste Lavaters mit, an der Dannecker selbst wohl nur die abschließende feinere Modellierung vorzunehmen hatte“ (Holst 1987, S. 99).
  24. Ernst Sigismund: Schmidt, Johann Gottfried. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 30: Scheffel–Siemerding. E. A. Seemann, Leipzig 1936, S. 151–152.
    August WintterlinMüller, Johann Gotthard von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 22, Duncker & Humblot, Leipzig 1885, S. 610–616.
    Zu dem Verhältnis zwischen Distelbarth, Schmidt und Müller siehe: Dokumente 5, 32q, 32r, 32s.
  25. Brief von Dannecker an Georg Ernst Levin von Wintzingerode, Stuttgart, 11. November 1803: „Distelbarth schon angekommen“ (Dokumente 3, Nr. 14).
  26. In Paris verdiente Distelbarth jährlich über 2000 Livres, das entspricht etwa 900 Gulden (Brief von Distelbarth an Dannecker, Paris, 2. September 1803, Dokumente 3, Nr. 7; Währungsäquivalenz: 1 Louisdor = 24 Livres = 11 Gulden, siehe zeno.org und Spemann 1909, Anhang, Nr. 36). In Stuttgart wurden Distelbarth nach langwierigen Verhandlungen 600 Gulden zugestanden (Dokumente 3, Nr. 7/16). Nach dem Tod Scheffauers 1808 erhielt er aus dem freiwerdenden Etatposten eine Gehaltszulage von 100 Gulden (Wagner 1856, S. 459). – Die württembergischen Herrscher hielten ihre Künstler von jeher an der kurzen Leine. Dannecker erhielt damals ein Gehalt von 800 Gulden. Zum Vergleich: König Maximilian I. Joseph von Bayern bot Dannecker 1808 die Stelle eines Hofbildhauers an mit einem Gehalt von 2400 Gulden. Daraufhin erst erhielt er vom württembergischen König Friedrich eine Gehaltserhöhung von 800 auf 1200 Gulden (Spemann 1909, Anhang, Nr. 53).
  27. Im damaligen Sprachgebrauch war Distelbarth Danneckers Vorarbeiter, d. h., er musste Skulpturen nach Danneckers Modellen soweit ausarbeiten, dass für Dannecker nur noch die Feinarbeit übrig blieb.
  28. Holst 1987, S. 261; Spemann 1909, S. 60.
  29. Spemann 1909, S. 79.
  30. Wagner 1856, S. 459; Holst 1987, S. 469 zu D 63.
  31. Die Ernennung kann nur indirekt erschlossen werden. Im Königlich-Württembergischen Hof- und Staats-Handbuch auf das Jahr 1815 wird Distelbarth unter den Hofartisten als einfacher „Bildhauer“ geführt. In einem Schreiben vom 15. Mai 1816 unterzeichnet er noch als „Hof Artist Bildhauer“, während Ernst Eberhard Friedrich von Seyffer, der Direktor der Königlichen Bau- und Gartendirektion, kurz darauf in einem Bericht vom 10. Juni 1816 bereits vom „Hof Bildhauer Distelbart“ spricht (Dokumente 1, E 19 Bü 929). In den Stuttgarter Adressbüchern wird Distelbarth ab 1804 als Hofbildhauer bezeichnet (in der Bedeutung: „bei Hofe beschäftigter Bildhauer“).
  32. Wagner 1856, S. 459.
  33. Haus Nr. 134, Eckhaus Calwer Straße 36 an der heutigen Langen Straße.
  34. Haus Nr. 282, etwa an der Stelle des Hauses Brennerstraße 3.
  35. Stuttgarter Adressbücher von 1804, 1805, 1811, 1829 und 1833.
  36. Nekrolog.
  37. Holst 1993, S. 68.
  38. Die Büste ist im Giebelfeld eines hohen Einbauschrankes aufgestellt. Unter der Büste ist ein Marmormedaillon mit dem Relief einer Minervabüste von Philipp Jakob Scheffauer angebracht. – Das Foto ist untersichtig, weil die Büste vom Boden aus fotografiert werden musste. Ein unverfälschtes Foto findet sich in Hübinger 1987.
  39. Die Abbildung zeigt die Bronzebüste aus dem Konservatorenpalast in Rom, eine Abbildung von Distelbarths Marmorkopie gibt es nicht.
  40. Eine unbezeichnete Marmorkopie der Bronzebüste des Brutus befindet sich im Schlossmuseum Aulendorf. In Weiß 1997 wird die Büste ohne Nachweis dem italienischen Bildhauer Francesco Franzoni (1734–1818) zugeschrieben. Nach der gleichen Quelle wurde die Büste 1815 von dem späteren König Wilhelm I. in Italien erworben.
  41. Die Abbildung zeigt die Originalstatue, eine Abbildung von Distelbarths Kopie findet sich in Nagel 2011.
  42. a b Distelbarth schreibt in seinen Briefen meist Fischer.
  43. Der Dictionary of Art erwähnt eine „marble bust of Bacchus (signed and dated, Rome 1795; ex-Shepherd Gal., New York; untraced)“, die bei artnet unter „Historische Auktions Ergebnisse“ abgebildet ist und zweifellos mit der Melpomene-Büste übereinstimmt. Siehe artnet.de
  44. Oft auch als Nymphengruppe oder Danneckersche Nymphengruppe bezeichnet, in der älteren Literatur auch als Wiesennymphe, die Wassernymphe aus Dankbarkeit bekränzend.
  45. a b Enthält falsche Jahresangaben und Werkzuschreibungen.
  46. Enthält viele Falschangaben.
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