Klaus Fehling

Bundesstraße 6n ist die Bezeichnung für mehrere neue Teilstücke der Bundesstraße 6 in Deutschland, die den bisherigen Verlauf dieser Bundesstraße ersetzen oder umgehen.

Bundesstraße 6n in Deutschland
Bundesstraße 6n
Basisdaten
Betreiber: DeutschlandDeutschland Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Bremen
Straßenende: Bremen
Gesamtlänge: 16,9 km

Bundesland:

Bremen

In Bremen ist es die Bezeichnung für eine Neubaustrecke der Bundesstraße 6, die als Autobahnzubringer Bremen-Arsten (zur A 1) dient, während der ursprüngliche Verlauf der B 6 von Bremen aus über die Anschlussstelle (A 1) Brinkum/Bremen (also weiter südwestlich) führte. Neubaupläne, die B 6n weiter östlich von Weyhe-Sudweyhe, Syke-Barrien und Syke entlang als Umgehungsstrecke zu bauen, wurden bisher immer wieder verworfen.

Außerdem ist es die Bezeichnung einer im Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgesehenen Neubaustrecke der Bundesstraße 6 in Bremen von der zu verlängernden Bundesautobahn 281 beim Flughafen zur A 1 bei Brinkum.[1][2]

Niedersachsen

In Niedersachsen wurde ab Ende der 1970er-Jahre eine Neubaustrecke zwischen Goslar-Sudmerberg und der Bundesautobahn 395 bei Bad Harzburg-Westerode als B 6n bezeichnet. Ursprünglich handelte es sich bei der östlichen Strecke zwischen der BAB 395 und der Abfahrt Goslar-Oker um einen Teil der früheren Planung der Bundesautobahn 36, welche allerdings 1980 offiziell verworfen wurde. Somit wurde dieser östliche Abschnitt im Autobahnquerschnitt mit Seitenstreifen realisiert, während der Westteil zwischen GS-Sudmerberg und GS-Oker mit nicht autobahnkonformem Querschnitt erstellt wurde. Sie ersetzte die zweispurige B 6 zwischen Oker, Göttingerode und Bündheim, welche seinerzeit in den 1930er-Jahren die Bundesstraße 6 von Oker über Harlingerode und Schlewecke (Landstraße/Breite Straße) ersetzte.

Seit dem Bau der Neubaustrecke von Vienenburg nach Bernburg wurde die Bezeichnung B 6n für den Streckenabschnitt obsolet.

Sachsen-Anhalt

Vienenburg–A 14

Das Bauprojekt vom Dreieck Vienenburg (ehemals BAB 395) bis zum geplanten Kreuz Wolfen (BAB 9) wurde zunächst als B6n und bis zum 31. Dezember 2018 als B 6 bezeichnet. Der westliche Abschnitt von Vienenburg bis Bernburg wurde 2011 fertiggestellt und zum 1. Januar 2019 zur BAB 36 aufgestuft.

A 14–Bernburg–Köthen–A9

Während der Abschnitt der jetzigen A 36 im Regelquerschnitt 26 und vierspurig ausgeführt ist, ist ab der BAB 14 der Straßenquerschnitt auf 21 m ohne Standstreifen reduziert, ab der sogenannten Nordspange bei Bernburg bis zur A9 mit 15,5 m dreispurig mit abwechselnder Überholspur (2+1-System).[3][4] Die ab Bernburg gebaute Straße ist auch nicht mehr kreuzungsfrei ausgeführt, da nur noch bis zu 15.000 Fahrzeuge anstelle von 36.000 Fahrzeugen täglich im vorhergehenden Abschnitt erwartet werden.

Für die Verlängerung des B-6n-Projekts (als B 6) von der A 14 über Köthen bis zur A 9 hat die Europäische Union 85 Millionen der geplanten 131 Millionen Euro Baukosten beigetragen.[5] Bei Thurland (etwa 5 Kilometer südlich der Anschlussstelle Dessau-Süd) ist eine Anbindung an die A 9 als AS Thurland. Für diese Verlängerung bestand seit 17. Dezember 2012 Baurecht, die Kosten für dieses 15 Kilometer lange Teilstück wurden mit voraussichtlich 36 Millionen Euro angegeben. Das Teilstück ist heutzutage (Stand: Juni 2019) als B 6 ausgeführt[6]

Für eine Weiterführung in Richtung Sachsen bzw. Brandenburg existieren Vorüberlegungen: Mit Stand 2010 sollte die Trasse bis Bad Düben (Sachsen) geführt werden.[3] Alternativ wird überlegt, statt einer Führung über Bad Düben in Richtung Torgau die Trasse über Gräfenhainichen in Richtung Lutherstadt Wittenberg zu verlängern, um u. a. die Dübener Heide nicht zu durchschneiden.[7]

Aktueller Ausbaustand

Der Neubau der Bundesstraße 6 ist zwischen dem Dreieck Vienenburg und der Anschlussstelle Köthen fertiggestellt. Der Abschnitt zwischen Vienenburg und Aschersleben-West war als B 6, der Abschnitt zwischen Aschersleben-West und Bernburg zusätzlich, im weiteren Verlauf bis Köthen nur als B 185 beschildert.

Die B6-Bauabschnitte 1 bis 13 werden seit Januar 2019 als Bundesautobahn 36 geführt. Auch die Bauabschnitte 14 bis 16 sind fertiggestellt und unter Verkehr, der Bauabschnitt 17 ist derzeit in Bau.

Bauabschnitte[8][9][10]
Nummer Strecke Länge Baubeginn Verkehrsfreigabe Widmung
14 A 14 – östlich Bernburg 07,3 km   2010 29. Mai 2015[11] B6
14.1 A 14 – L 50 (bei Bernburg)   2010 19. Dez. 2011
14.2.1 L 50 – L 65 19. Dez. 2011
14.2.2 L 65 – Saalevorflutbrücke 29. Mai 2015[11]
14.2.3 Saalevorflutbrücke – B 185   2010 29. Mai 2015[11]
15 B 185 östlich Bernburg – Kleinpaschleben 03,8 km  Juli 2010 22. Nov. 2011
16 Kleinpaschleben – B 183 (Köthen) 13,4 km  Mär. 2011 16. Dez. 2014[12]
17
(in Bau)
B 183 (bei Köthen) – Kreuz Wolfen (BAB 9) 15,3 km Nov. 2015 2021[13]
18–20
(Vorüberlegung)
Kreuz Wolfen (BAB 9) – Bad Düben (B 183) km

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Stillstand bei der B 6 neu. Abgerufen am 30. Januar 2017.
  2. Flamm: B 6n in Bremen. Abgerufen am 30. Januar 2017.
  3. a b Heiko Wigrim: Dreispurig ab der Nordspange. mz-web.de, 6. August 2010, abgerufen am 5. Mai 2011.
  4. Neubau der Bundesstraße 6n, PA 17, Köthen – A9 auf schuessler-plan.de, abgerufen am 16. Februar 2018.
  5. EU billigt Verlängerung der Bundesstraße 6n nach Osten. In: MZ-Web.de. Mitteldeutsche Zeitung, 17. Mai 2012, abgerufen am 10. November 2017.
  6. Pressesprecher des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt: Pressemitteilung 112/12: Verkehrsminister Webel: Weiteres Baurecht für „Nordharzautobahn“. (PDF; 368 kB) 17. Dezember 2012, archiviert vom Original am 18. März 2013; abgerufen am 19. Dezember 2012.
  7. Trasse Richtung Wittenberg. Mitteldeutsche Zeitung, 3. Juli 2013, archiviert vom Original am 14. Juli 2013; abgerufen am 14. Juli 2013.
  8. div. Seiten, abgerufen am 16. August 2010 (Memento vom 13. Juni 2004 im Internet Archive)
  9. Bauheft 2011: Pressemitteilung des BMVBS vom 11. März 2011 (Memento vom 13. Juni 2004 im Internet Archive) (PDF 6,2 MB)
  10. Neubau der B6n – Aktueller Projektstand. In: www.bvsi.de - Bundesvereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure e.V. 31. März 2011, archiviert vom Original am 19. Dezember 2011; abgerufen am 20. Dezember 2011.
  11. a b c bbglive.de, abgerufen am 30. Mai 2015.
  12. Köthen rückt der Welt ein Stück näher. (PDF; 2,4 MB) Bauvorhaben B6n. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Mitteilungsblatt des Landkreises Anhalt-Bitterfeld. Landkreis Anhalt-Bitterfeld, 25. März 2011, archiviert vom Original am 4. September 2013; abgerufen am 16. Juli 2011. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2
  13. Matthias Bartl: 2021 wäre „sehr sportlich“: Verkehrsminister gibt vorsichtige Prognose zur B6n. In: Mitteldeutsche Zeitung. (mz-web.de [abgerufen am 27. November 2018]).
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