Klaus Fehling

Bundesstraße 50 in Deutschland
Bundesstraße 50
 European Road 42 number DE.svg
Karte
Verlauf der B 50
Basisdaten
Betreiber: DeutschlandDeutschland Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Roth an der Our
(49° 56′ N, 6° 13′ O)
Straßenende: Gau-Bickelheim
(49° 50′ N, 8° 0′ O)
Gesamtlänge: ca. 130 km

Bundesland:

Ausbauzustand: zweistreifig[1]
B-50-Hunsrück01.jpg
Bundesstraße 50 im Hunsrück

Die Bundesstraße 50 (Abkürzung: B 50) ist eine früher etwa 130 km lange deutsche Bundesstraße in Rheinland-Pfalz. Sie gliedert sich in zwei Abschnitte: der erste Abschnitt führt von der deutsch-luxemburgischen Staatsgrenze bei Vianden zur Mosel, der zweite etwa ab dem Flughafen Frankfurt-Hahn durch den Hunsrück zur A 61.

Verlauf

Der erste Abschnitt beginnt an der deutsch-luxemburgischen Grenze und übernimmt dort den Verkehr der von Vianden kommenden N 17. Quer durch die Eifel an Bitburg und Wittlich vorbei führt diese ziemlich genau in West-Ost-Richtung verlaufende Strecke bis nach Zeltingen/Mosel. Zwischen der Anschlussstelle Landscheid der A 60 und Wittlich ist ein ehemaliger Abschnitt der B 50 zur Landesstraße bzw. Kreisstraße herabgestuft worden, da die A 60 parallel verläuft.

Zwischen Zeltingen und Bernkastel-Kues (Rheinland-Pfalz) verläuft die B 50 zirka 8 km zusammen mit der B 53 an der Mosel entlang. Die Strecke zwischen der AS Wittlich-Mitte der A 1 und der AS Rheinböllen der A 61 ist ein Teil der Europastraße 42.

Ab Bernkastel-Kues verläuft sie über 15 km zusammen mit der B 327 (Hunsrückhöhenstraße) und mündet bei Rheinböllen in die A 61. Der Abschnitt von Flughafen Frankfurt-Hahn zur A 61 wurde von 2005 bis 2011 zu einer vierstreifigen autobahnähnlichen Kraftfahrstraße ausgebaut, um den Flughafen besser an das Rhein-Main-Gebiet anzuschließen. Der Ausbau dieser 21 Kilometer kostete rund 85 Millionen Euro, der gesamte Ausbau zwischen Hahn und der A 61 bei Rheinböllen kostete etwa 140 Millionen Euro.[2]

Ein dritter, nicht mehr existierender Teilabschnitt war sehr kurz. Er verband die B 9 bei Bingen im Landkreis Mainz-Bingen mit der B 420 bei Gau-Bickelheim. Die Straße führt dabei an Bad Kreuznach vorbei. Durch die A 61 hat die B 50 in diesem Abschnitt an Bedeutung verloren und ist inzwischen zur Landesstraße 400 abgestuft worden[3], ebenso wie das frühere Verbindungsstück zwischen Rheinböllen und Bingen, das heute Teil der Landesstraße 214 ist. Der Abschnitt von Bingen bis Gau-Bickelheim ist etwa 15 km lang. Vor der Fertigstellung der vierstreifigen Umgehungsstraße um Bingen herum fing die B 50 bereits knapp 4 km früher im Stadtzentrum Bingens an (heute Teil der L 414).

Geschichte

Die 1932 eingeführte Fernverkehrsstraße 50 (FVS 50) begann ursprünglich als Abzweigung der Fernverkehrsstraße 49 in Hetzerath und endete in Bingerbrück, sie folgte der 1846 eingerichteten Trier-Mainzer Staatsstraße.[4]

In den 1960er Jahren wurde diese Bundesstraße bis zur luxemburgischen Grenze verlängert. Westlich von Bitburg folgt diese Straße der früheren Vianden-Wittlicher Bezirksstraße.

Mit 186 Unfällen im Jahr 2011 auf dem Abschnitt zwischen Binsfeld und Vianden zählt diese Strecke zu den gefährlichsten in Rheinland-Pfalz.[5]

Vierstreifiger Ausbau als B 50 neu

Seit vielen Jahren geplant wird eine neue Kraftfahrstraße, die als B50 neu die Lücke in einer zu realisierenden leistungsfähigen Fernstraßenverbindung als E 42 bzw. E 313/E 19 zwischen den Nordseehäfen Belgiens bzw. dem Tiefseehafen Rotterdam und dem Rhein-Main-Gebiet schließen soll und die an der jetzigen B 50 gelegenen Ortschaften entlasten soll.

Die B 50 neu soll dazu teilweise auf einer Neubaustrecke zwischen dem Autobahnkreuz Wittlich und der A 61 bei Rheinböllen vierstreifig ausgebaut werden. Dazu ist der Hochmoselübergang mit der Hochmoselbrücke in Bau.[6]

Die Strecke ist in mehrere Abschnitte gegliedert:

  • Abschnitt 1 liegt zwischen dem Autobahnkreuz Wittlich und Wittlich-Wengerohr. Dieser Abschnitt ist vierstreifig ausgebaut und seit dem 15. Dezember 2014 eröffnet.
  • Abschnitt 2 liegt zwischen Wittlich-Wengerohr und Kommen und soll am 21. November 2019 eröffnet werden.[7] Er ist ebenfalls vierspurig und enthält die Hochmoselbrücke sowie drei weitere größere Talbrücken und einen Tunnel westlich der Hochmoselbrücke.[8]
  • Für den dritten Abschnitt von Kommen bis zum Flughafen Frankfurt-Hahn werden zur Zeit die Planfeststellungsunterlagen erstellt, die einen zweistufigen Ausbau mit Kosten von 70 Millionen vorsehen[9]. Die ursprünglich geplante Kautenbachlinie – eine direkte Verbindung von der Neubautrasse vor Longkamp bis zum Abzweig der B 50 von der derzeit unterbrochenen B 327 unweit des Flughafens Frankfurt-Hahn – erscheint in naher Zukunft nicht umsetzbar, da dieses 10 km lange Teilstück lediglich als weiterer Bedarf mit hohem ökologischen Risiko im Bundesverkehrswegeplan von 2003 eingestuft war[10] und im aktuellen Bundesverkehrswegeplan von 2016 nicht mehr gelistet ist[11]. Deshalb wird seitens des Landesbetriebs Mobilität Rheinland-Pfalz ein Ausbau der alten B 50 und B 327 ab Longkamp weiterverfolgt, was jedoch eine Verlängerung des Abschnitts auf 15,5 km zur Folge hat[12]. Dazu soll die bestehende B 50 von Longkamp bis auf die Höhe der Ortslage Wederath ausgebaut werden. Ab diesem Punkt soll die B 50 zwischen die Ortslage Wederath und den Archäologiepark Belginum auf einem 2,9 km langen Abschnitt verlegt werden und hinter der Ausgrabungsstätte wieder auf die B 327 treffen um den jetzigen unfallträchtigen Kreuzungsbereich B 50, B 327, L 159, K 106 zu entschärfen. Anschließend ist ein weiterer 2,2 km langer vierstreifiger Ausbauabschnitt im Bereich mit planfreiem Anschluss der Kreisstraßen bei Hochscheid geplant. Beide Maßnahmen sollen zusammen 18,1 Millionen Euro kosten.[13]
  • Der vierte Abschnitt von der B 327 bis zur A 61 bei Rheinböllen umfasst den autobahnähnlichen Ausbau der bisherigen B 50, und wurde im November 2011 fertiggestellt.

Diese Baumaßnahme ist der Ersatz für den nicht realisierten Lückenschluss der A 60, die zwischen der A 1 am Autobahnkreuz Wittlich und der A 61 am Dreieck Nahetal unterbrochen ist. Durch die verbesserte Verkehrsanbindung erwartet man positive Auswirkungen auf Wirtschaft und Tourismus in der Eifel-Mosel-Region.

LKW-Maut

Bereits vor Einführung der allgemeinen Mautpflicht für LKW ab 7,5 Tonnen auf allen Bundesstraßen zum 1. Juli 2018 war der Streckenabschnitt zwischen Flughafen Hahn bis Rheinböllen seit 1. August 2012 mautpflichtig.[14]

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Bundesstraße 50 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Sohren–Rheinböllen vierstreifig autobahnähnlich ausgebaut
  2. SWR Fernsehen, Nachrichten vom 18. November 2011
  3. siehe aktuelle Karte in der Bekanntgabe der Abstufung eines Teils der Bundesstraße 41 durch den Landesbetriebs Rheinland-Pfalz von Oktober 2014 (Memento vom 29. Januar 2015 im Internet Archive),(Dokument „Allgemeinverfügung“), in dem die Abstufung zur L 400 bereits eingetragen ist
  4. Otto Beck: Beschreibung des Regierungsbezirks Trier.
  5. B 50: Eine der gefährlichsten Strecken Trierischer Volksfreund, 19. Januar 2012
  6. Archivlink (Memento vom 2. Februar 2014 im Internet Archive)
  7. Verkehrsfreigabe Hochmoselübergang – Europas größte Brückenbaustelle bald fertig. In: B50 Hochmoselübergang. Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz, 23. September 2019, abgerufen am 14. Oktober 2019.
  8. B50 Hochmoselübergang: Kosten / Zeitplan. Abgerufen am 23. August 2018.
  9. Hans-Peter Linz: Freie Bahn von der Eifel in den Hunsrück. Abgerufen am 23. August 2018.
  10. BMVI - Bundesverkehrswegeplan 2003. Abgerufen am 23. August 2018.
  11. BMVI - BVWP 2030 Gesamtplan. Abgerufen am 23. August 2018.
  12. Beschreibung der einzelnen Planungsabschnitte der B 50. (JPG-Grafik) (Nicht mehr online verfügbar.) In: lbm.rlp.de. Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz, archiviert vom Original am 23. Dezember 2015; abgerufen am 14. Oktober 2019.
  13. Christian Kremer: 18,1 Millionen Euro für den Straßenbau. In: volksfreund.de. Trierischer Volksfreund, 2. Juni 2010, abgerufen am 13. Dezember 2011 (Zeitungsartikel).
  14. Lkw-Maut auf fünf Bundesstraßen in Rheinland-Pfalz soll im August starten (Memento vom 11. November 2012 im Internet Archive); in Rhein Main Presse vom 15. Februar 2012
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