Klaus Fehling

Buchschwabach
Markt Roßtal
Koordinaten: 49° 21′ 56″ N, 10° 53′ 4″ O
Höhe: 368 (368–396) m ü. NHN
Einwohner: 1090 (1. Jan. 2018)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 90574
Vorwahl: 09127
Maria-Magdalena-Kirche
Maria-Magdalena-Kirche

Buchschwabach (umgangssprachlich: „Būchschwouba“[2]) ist ein Ortsteil des Marktes Roßtal im Landkreis Fürth.

Geographie

Das Kirchdorf liegt am Schwallbach, einem linken Zufluss der Schwabach und am Klingenwasser, der als rechter, und am Mühlbach, der als linker Zufluss in den Schwallbach mündet. Der Ort ist von Acker- und Grünland mit vereinzeltem Baumbestand umgeben. Im Westen wird die Flur Holzleite genannt, im Norden Kirchberg und Rinnengraben, im Nordosten Pfaffenberg, im Osten Langer Strich. Etwas weiter südwestlich befindet sich das Magdalenenholz, südlich das Heiligenholz und das Rohrer Holz.[3]

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1396, sehr wahrscheinlich aber gab es den Ort schon seit dem 9. Jahrhundert. In den Aufzeichnungen des Benediktinerklosters St. Emmeram wird ein Gebiet namens „Puchsuapah“ (der Bach, an dem Buchen stehen) als nördliche Grenze der Klostermark bezeichnet.[2] Vermutlich im 13. Jahrhundert wurde eine Kirche errichtet, die Mitte des 15. Jahrhunderts zerstört wurde. 1449 wurde eine neue Kirche errichtet, in der die Überreste der alten Kirche verbaut wurden (die heutige Maria-Magdalena-Kirche). Diese Kirche blieb größtenteils erhalten.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Buchschwabach 26 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatten die Nürnberger Eigenherren von Forster und von Oelhafen gemeinsam inne. Grundherren waren die Nürnberger Eigenherren von Forster (drei Höfe, fünf Güter, ein Wirtshaus, ein Haus), von Kreß (zwei Höfe, ein Gütlein), von Oelhafen (drei Höfe, vier Güter, eine Mühle, eine Erbschenkstatt), von Örtel (ein Halbhof). Die Schmiede, das Schäfer- und das Hirtenhaus waren kommunale Gebäude.[4]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 das Steuerdistrikt Buchschwabach gebildet. Zu der I. Sektion gehörten die Orte Clarsbach und Raitersaich, zu der II. Sektion gehörten die Orte Kastenreuth, Oedenreuth, Trettendorf, Weitersdorf und Wimpashof. Im selben Jahr wurde die Ruralgemeinde Buchschwabach gegründet, die deckungsgleich war mit der I. Sektion des Steuerdistrikts. Die Gemeinde unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Cadolzburg und in der Finanzverwaltung dem (1920 in umbenannt). 9 Anwesen unterstanden in der freiwilligen Gerichtsbarkeit bis 1812 und von 1820 bis 1848 dem Patrimonialgericht Buchschwabach.[5] Ab 1862 wurde Buchschwabach vom Bezirksamt Fürth verwaltet (1938 in Landkreis Fürth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Cadolzburg, von 1880 bis zum 1. März 1931 lag sie beim Amtsgericht Cadolzburg, seitdem wird sie vom Amtsgericht Fürth wahrgenommen. Die Finanzverwaltung wurde am 1. Januar 1929 vom übernommen. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 12,152 km².[6]

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde Buchschwabach am 1. Mai 1978 nach Roßtal eingemeindet.[7]

Baudenkmäler

  • Buchschwabacher Hauptstr. 18: Wohnstallhaus
  • Freiherr-von-Fetzer-Weg 1: Wohnstallhaus
  • Magdalenenweg 4: ehemaliges Schul- und Mesnerhaus
  • Magdalenenweg 6: Filialkirche St. Maria Magdalena
  • Sandleite: Gedenkstein
  • Stadtwegfeld: Kelleranlage

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Roßtal#Buchschwabach

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Buchschwabach

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 339 380 434 444 449 453 455 497 517 500 476 480 491 502 511 505 527 575 575 959 1220 1372 984 953
Häuser[8] 64 68 74 88 87 100 117 177
Quelle [9] [10] [11] [11] [12] [11] [13] [11] [11] [14] [11] [11] [15] [11] [11] [11] [16] [11] [11] [11] [17] [11] [6] [18]

Ort Buchschwabach

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 001997 002007 002018
Einwohner 196 188 287 279 295 296 294 442 401 393 644 794* 1076* 1090*
Häuser[8] 37 40 50 51 57 70 55 188
Quelle [9] [10] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [6] [18] [19] [1] [1] [1]
* inklusive Zweitwohnsitzen

Religion

Die Bewohner des Ortes sind seit der Reformation überwiegend evangelisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach , die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach gepfarrt.

Wirtschaft

Ende der 1990er Jahre wurde westlich von Buchschwabach das Gewerbegebiet „Flugplatz“ ausgewiesen.

Verkehr

Die Bundesstraße 14 verläuft südwestlich an Müncherlbach vorbei nach Heilsbronn bzw. nordöstlich nach Großweismannsdorf. Die Kreisstraße FÜ 23/RH 14 führt südlich nach Rohr zur Staatsstraße 2239. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt südlich nach Defersdorf, eine weitere westlich nach Raitersaich zur FÜ 22.

Literatur

Weblinks

 Commons: Buchschwabach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Einwohnerzahlen auf der Website rosstal.de
  2. a b W. Wiessner, S. 18.
  3. Buchschwabach im BayernAtlas
  4. H. H. Hofmann, S. 105.
  5. H. H. Hofmann, S. 227; Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 27 (Digitalisat).
  6. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 779 (Digitalisat).
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 714.
  8. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  9. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 15 (Digitalisat). Für die Gemeinde Buchschwabach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Clarsbach (S. 16) und Raitersaich (S. 73).
  10. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 65 (Digitalisat).
  11. a b c d e f g h i j k l m n Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 172, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  12. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1029, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  13. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1194, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  14. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1125–1126 (Digitalisat).
  15. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1193 (Digitalisat).
  16. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1230 (Digitalisat).
  17. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1061 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 174 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 337 (Digitalisat).
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